Interview : Wie geht's eigentlich Richard Golz?

Richard Golz erinnert sich an den dramatischsten Abstiegs-Showdown der Bundesliga-Geschichte.

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Golz
Richard Golz -Foto: ddp

Herr Golz, wo erwischen wir Sie gerade?

Im Nachwuchszentrum des HSV. In Hamburg bin ich seit 2008 Kotrainer der zweiten Mannschaft und Jugend-Torwarttrainer.

Am Wochenende spielt Freiburg gegen Nürnberg. Am letzten Spieltag der Saison 1998/99 trafen beide Mannschaften im dramatischsten Abstiegs-Showdown der Bundesliga-Geschichte aufeinander. In der 89. Minute taucht Frank Baumann frei vor Ihnen auf: Trifft er zum 2:2, ist Nürnberg gerettet. Doch Baumann schiebt Ihnen den Ball in die Arme. Wie haben Sie diese Sekunden erlebt?

Ich glaube, der Ball ist mir vom Pfosten irgendwie gegen den Rücken geprallt und deswegen auch nicht so weit weggesprungen. Ich bin dann sofort wieder hoch und habe gleich gesehen, dass das ein Schweineball ist, ganz undankbar. Mein erster Gedanke war deshalb auch: Den krieg ich.

Waren Sie sich bewusst, dass Sie Nürnberg mit dieser Parade in die Zweite Liga geschickt haben, weil Fjörtoft nur Sekunden zuvor das 5:1 für die Eintracht gegen Kaiserslautern geschossen hatte?

Nein, ich wusste nur, dass wir in jedem Fall drin geblieben sind. Als ich den Ball in der Hand hatte, war mir klar, dass jetzt nicht mehr viel schiefgehen konnte.

Wann haben Sie vom Wahnsinn in Frankfurt erfahren?

Nach dem Schlusspfiff haben wir natürlich gefeiert, dann kam unser Torwarttrainer Karsten Neitzel zu mir und sagte: Wenn das Ding von Baumann reingegangen wäre und die Frankfurter noch ein Tor erzielt hätten, wären wir doch noch abgestiegen. Wir waren uns gar nicht bewusst, dass es so knapp war.

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