Interview : "Wir denken noch nicht an die EM"

Bundestrainer Jürgen Klinsmann über die Gegner der Qualifikationsrunde, Urlaub, eine positive Einstellung und den aktuellen Fokus.

Der deutschen Nationalmannschaft ist das Losglück treu geblieben. Wie beurteilen sie das Ergebnis der Auslosung für die EM- Qualifikation 2008?



Klinsmann:

«Wir haben eine sehr ausgeglichene Gruppe. Aber es wird ein harter Wettbewerb. Ich finde, wir haben eine aufregende Gruppe erwischt. Es wird sicher tolle Spiele geben, und es sind Duelle gegen Länder mit tollen Fans, auf die wir uns freuen können. Es ist kein einfacher Weg, aber man kann das Ganze sehr positiv betrachten.»

Haben Sie bei der laufenden WM-Vorbereitung überhaupt Zeit, sich jetzt schon mit der EM-Qualifikation zu beschäftigen?

Klinsmann: «Um ehrlich zu sein, wir denken jetzt noch keine Sekunde an die EM. Wir fokussieren uns voll und ganz auf die WM. Nach der WM gehen die Spieler in den Urlaub und dann geht eine neue Saison und die Vorbereitung auf das nächste Turnier los. Jetzt sind alle unsere Kräfte des gesamten Teams auf die WM ausgerichtet.»

Wirklich Angst, die EM zu verpassen, muss man bei dieser Gruppe aber doch ohnehin nicht haben.

Klinsmann: «Die Geschichte zeigt, dass die Qualifikation hart ist. Deutschland hat sich oft schwer getan in Qualifikationen. Man darf auch diesmal keinen dieser Gegner unterschätzen. Aber am Ende waren wir immer wieder oben, waren die Nummer eins.»

Die Tschechen gelten sicher als stärkster Gegner in der deutschen Gruppe. Wie stufen Sie die anderen Teams ein?

Klinsmann: «Gegen die Tschechen haben wir bei der EM 2004 verloren, also noch etwas gut zu machen. Gegen die Slowaken haben wir erst kürzlich unsere Erfahrungen gemacht. Da wissen wir jetzt auch, wie man es nicht machen soll. Aber das spielt jetzt noch keine Rolle. Wir sind mit unseren Köpfen ganz woanders.»

Am Montag versammeln Sie Ihre Spieler zum ersten Kurz-Lehrgang im WM-Jahr. Was sind die Ziele für dieses Treffen?

Klinsmann: «Wir wollen mit den Spielern Dinge besprechen, uns einstimmen auf alles, was jetzt kommt. Die Spieler müssen wissen, dass sie die WM schon jetzt jeden Tag begleiten wird, auch in den Vereinen.» (aufgezeichnet von Arne Richter, dpa)

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