Sport : Investition des SCC macht sich bezahlt: 3:0-Sieg im Halbfinale in Düren

Karsten Doneck

Dürens Volleyball-Publikum erschien frühzeitig. Zwei Stunden vor Beginn war Einlass, nur 45 Minuten später war die Sporthalle des Burgau-Gymnasiums rappelvoll. Die Wartezeit auf den ersten Ballwechsel war für die Zuschauer damit letztlich länger als das Spiel selbst. In nur 56 Minuten erledigte der SC Charlottenburg beim TV Düren seine Aufgabe im ersten Play-off-Halbfinale. Und nach dem 3:0-Sieg (25:19, 25:21, 25:13) der Gäste reifte die Erkenntnis, dass für den Außenseiter aus Düren die Messe wohl gelesen ist. "Ich glaube nicht, dass jetzt noch etwas anbrennt", meint auch SCC-Manager Kaweh Niroomand.

Ein Rückspiel gibt es trotzdem, und zwar morgen (15 Uhr, Sömmeringhalle). Sollte der TV Düren da aller Prognosen zum Trotz gewinnen, würden sich beide Mannschaften tags darauf in einer entscheidenden dritten Partie um den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft wiedersehen. Doch so weit will es der SCC nicht kommen lassen. "Die Spieler sollen den Sonntag frei haben, um zu regenerieren", fordert Niroomand, dabei auch auf einen kleinen Wettbewerbsvorteil hoffend. Weil der erwartete Endspielgegner VfB Friedrichshafen bei Bayer Wuppertal sein erstes Halbfinale überraschend 2:3 (25:14, 25:10, 21:25, 20:25, 13:15) verloren hat, wird diese Begegnung nun möglicherweise über die volle, kraftraubende Distanz der Serie Best of three gehen. Und schon am kommenden Mittwoch folgt dann das erste Finalspiel (Best of five).

Der SCC hat sich akribisch auf die Endrunde vorbereitet. Für ein einwöchiges Trainingslager musste der Klub rund 20 000 Mark berappen. Geld, dass im Etat ursprünglich nicht eingeplant war. Doch die Investition macht sich bezahlt. In der Normalrunde war der SCC in Düren noch sensationell mit 0:3 gedemütigt worden. Diesmal aber ging die Mannschaft - laut Niroomand - gleich von Anfang an "sehr konzentriert" ans Werk, "mit dem sehr guten Aufschlagsspiel wurde der Gegner unter Druck gesetzt". Besonders Marco Liefke und Oliver Heitmann punkteten immer wieder mit unerreichbaren Aufschlägen. Heitmann hatte in den Tagen vor der Partie noch über Unwohlsein geklagt und nur ein reduziertes Trainingspensum absolvieren können. Aber so ein Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft erzielt bei manchem Spieler offenbar dieselbe Wirkung wie eine gute Medizin.

Nur einmal wankte der SCC, ein klein wenig zumindest. Im zweiten Satz lag Düren ein paar Mal knapp in Führung, die Fans unterstützten ihre Mannschaft, was die Stimmbänder und mitgebrachten Lärminstrumente hergaben. Vergeblich. "Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen", lobte Niroomand.

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