Sport : IOC: Samaranch bleibt uns erhalten

Benedikt Voigt

Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer, als der Abschied von der Macht. Diese Erkenntnis stammt zwar vom französischen Staatsmann Charles Maurice Talleyrand, aber sie hätte auch von Juan Antonio Samaranch sein können. Der - wie man seit gestern sagen muss - ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte von seinem einflussreichen und einträglichen Posten lange Zeit nicht lassen können. Sogar eine Lex Samaranch hatte er eingeführt, indem er das maximale Alter für IOC-Präsidenten von siebzig auf achtzig Jahre hatte anheben lassen. Diese Zeitspanne hat er dann bis zum Extrem ausgereizt. Einen Tag vor seinem 81. Geburtstag musste Samaranch zwar abtreten. Aber er ist nicht weg.

Mit 71:27 Stimmen und elf Enthaltungen wurde Juan Antonio Samaranch gestern als neues IOC-Mitglied gewählt. In seinem Sohn bleibt der olympische Pate der internationalen Sportpolitik erhalten. Als Ehrenpräsident will er künftig auch an den IOC-Sitzungen teilnehmen. Samaranch glaubt auch, auf den neuen Präsidenten Jacques Rogge seinen Einfluss geltend machen zu können. Der alte Mann will nicht von der Macht lassen. Am meisten dürfte ihn deshalb gestern die Nachricht aus Tadschikistan gefreut haben. Das dortige IOC benannte einen Berg im Pamir-Gebirge, der zuvor als "Höhe 4380" bekannt war, nach dem scheidenden Präsidenten. Zwar ist der Berg keine "Schenkung", was im Zusammenhang mit dem Namen Samaranch nicht abwegig wäre. Aber die Höhe 4380 dürfte dem Spanier dennoch zusagen. Als "Pik Samaranch" wird der Berg künftig im Pamir-Gebirge stehen: Mächtig und vor allem ewig.

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