Sport : Irgendwie unentschieden

Hertha BSC quält sich mit einem 2:2 bei Ameri Tiflis in den Uefa-Cup

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Tiflis - Arne Friedrich stand konsterniert an der Seitenlinie. Zwanzig Minuten waren im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zum Uefa-Cup gespielt, und gerade war seine Mannschaft tatsächlich 0:1 bei Ameri Tiflis in Rückstand geraten. Der Kapitän von Hertha BSC saß nur draußen auf der Bank, weil er geschont werden sollte, aber lange Zeit stand der nach dem 1:0 im Hinspiel sicher geglaubte Einzug in den Uefa-Cup gestern in Frage. Am Ende eines enttäuschenden Spiels reichte den Berlinern schließlich ein 2:2 (1:1), um weiterzukommen. „Ich bin froh, dass wir unser Saisonziel aus der vergangenen Saison erreicht haben und im internationalen Wettbewerb stehen“, sagte Herthas Trainer Falko Götz. „Sicher haben wir uns den Spielverlauf anders vorgestellt und etwas anderes vorgenommen.“

Das Spiel auf dem nur bedingt wettkampftauglichen Holperrasen war unansehnlich, gute Torchancen gab es für die 10 000 Zuschauer zunächst gar nicht zu sehen. Der Führungstreffer der Georgier, der Arne Friedrich ratlos machte, entsprang einer von mehreren Unsicherheiten in der Hertha-Abwehr bei Standardsituationen. Nach einem Eckball wurde Tiflis Kapitän Davitnidse angeschossen, und der Ball ging irgendwie ins Tor. Hertha verwertete die erste herausgespielte Chance gleich zum Ausgleich. Nach einem Doppelpass mit Gilberto erzielte Srdjan Lakic sein erstes Pflichtspieltor für die Berliner. Der 22 Jahre alte Kroate war für den anderen Neuzugang im Sturm, Christian Gimenez, in die Mannschaft gerückt, weil der bereits für Olympique Marseille in der Uefa-Cup-Qualifikation zum Einsatz gekommen und deshalb gestern nicht spielberechtigt war.

Auch der Ausgleich gab den Berlinern aber keine Sicherheit. Mit vielen Rückpässen und wenig Laufarbeit versuchten sie das Spiel zu kontrollieren, was ihnen aber nicht die ganze Zeit über gelang. Kurz nach der Pause stand es 2:1 für Tiflis: Erst hatte Herthas Torhüter noch eine Unachtsamkeit seiner Abwehr mit einer Parade wieder ausgebügelt, doch die anschließende Ecke brachte den Gastgebern ihr zweites Tor ein, weil Davitaschwili unbedrängt einschießen durfte. Noch war Hertha zu diesem Zeitpunkt weiter, aber das nächste Gegentor hätte das Aus bedeutet. Viele Chancen hatte der Gegner nicht mehr, dennoch spielten die Berliner weiter schwach. Insbesondere auf der linken Seite gelang dem gestern erneut in die Nationalmannschaft berufenen Malik Fathi und Gilberto so gut wie nichts. „Ich bin froh, dass die Mannschaft sich nach den Rückständen zurück gekämpft hat“, sagte Falko Götz.

Sicher sein, keine Blamage zu erleben, konnte sich der Trainer aber erst sechs Minuten vor Schluss. Nach einem schönen Pass des eingewechselten Solomon Okoronkwo bediente Sofian Chahed Marko Pantelic, der zum 2:2 traf und dem Betriebsausflug ein gutes Ende gab. Auch Arne Friedrich wurde noch für den angeschlagenen Dick van Burik eingewechselt. „Wir warten jetzt am Freitag bei der Auslosung auf den nächsten Gegner, dann wollen wir in die Gruppenphase“, sagte Götz. Dazu muss Hertha erst noch eine Runde überstehen. Tsp

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