Sport : Iron Man: Eisenmann Leder

Lothar Leder war im fränkischen Triathlon-Mekka Roth einmal mehr nicht zu schlagen. Nach 1996 und 2000 gewann der 30-jährige Profi aus Darmstadt den 14. und letzten Ironman Europe. In 8:10:39 Stunden und mit 7:57 Minuten Vorsprung demütigte Leder nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen die Konkurrenz. Am nächsten kam dem dreifachen Champion Andreas Niedrig aus Oer-Erkenschwick (8:18:36), für den es nach drei dritten Plätzen erneut nicht zum Sieg reichte. Dritter wurde der Neuseeländer Cameron Brown (8:25:58).

Den Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand in die Höhe gestreckt, lief der überglückliche Sieger auf den Festplatz von Roth. "Ich bin stolz. Das war mein wertvollster Sieg, denn in diesem Jahr war Roth für mich wichtiger als Hawaii und alles auf diesen Wettkampf abgestimmt", sprudelte es aus Leder heraus, der 10 000 Dollar (23 200 Mark) Siegprämie mit nach Hause nehmen durfte. Leder wäre aber nicht Leder, würde er im Augenblick seines Triumphes nicht schon ans nächste Ziel denken. "Jetzt ist Pause, und dann geht es weiter mit der Vorbereitung für Hawaii", blickte er voraus. Zu den Klängen von "The winner takes it all" ließ er sich einen Herzenswunsch entlocken. "Vielleicht halte ich auf Hawaii ja nur noch einen Finger hoch ..."

In die Phalanx der deutschen Siege seit der Weltbestzeit des Belgiers Luc van Lierde 1997 konnte auch diesmal kein ausländischer Star eindringen. Auch nicht der zweifache Hawaii-Sieger Peter Reid. Der Kanadier hatte sich Wochen lang in Roth auf das Rennen vorbereitet, doch das hohe Tempo auf dem Hochgeschwindigkeitskurs konnte Reid nicht mitgehen und gab auf der Radstrecke das Rennen auf. Der Hawaii-Dritte Norman Stadler erreichte auch im dritten Anlauf auf seiner "Angststrecke" nicht das Ziel. Der Wertheimer bekam beim Schwimmen im Gedränge einen Tritt in den Bauch und musste mit inneren Verletzungen schon nach einer Viertelstunde aus dem Wasser gezogen und ärztlich versorgt werden.

Leder indes nahm die Konkurrenten nach allen Regeln der Kunst auseinander. Mit 56 Sekunden Rückstand auf den Russen Alexander Merzlow und seiner bislang besten Schwimmzeit in Roth (46:52) war der stärkste deutsche Allrounder aus dem Europakanal gestiegen. Auf dem Radkurs arbeiteten seine Beine wie ein Uhrwerk. Als Leder sich beim ersten Anstieg am Solarer Berg mit Niedrig im Schlepptau an die Spitze des Feldes gesetzt hatte, rastete die einer Tour-de-France-Etappe würdige Menschenmenge von 10 000 Fans förmlich aus. Gemeinsam nahmen Leder und Niedrig mit fast elf Minuten Vorsprung auf Eggert den abschließenden Marathon in Angriff.

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