Sport : Irrsinnige Indizien

In Frankfurt spricht alles für Möllers Verpflichtung

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Frankfurt/Main (dpa). Am Geld soll es nicht scheitern. Auch wenn noch nichts perfekt ist. Der Vereinsvorsitzende Peter Fischer höchstselbst räumt ein, dass noch eine ganze Reihe von Gesprächen zu führen sind, mit Sponsoren und auch mit den Fans. Dort ist wohl noch einige Überzeugungsarbeit nötig. Und dennoch: Die Rückkehr von Andreas Möller in die FußballBundesliga zu seinem ehemaligen Verein Eintracht Frankfurt wird immer wahrscheinlicher. Der 85-malige Nationalspieler habe sich „sehr, sehr bereit“ gezeigt, sagte Fischer. Er prognostiziert schon mal: „Wenn sein Name heute oder morgen früh auf der Transferliste erscheinen sollte, sind die Indizien irrsinnig groß.“ Fischer weiß aber, dass es im Zusammenhang mit Möller und der Eintracht „auch verbrannte Erde gibt“. Die endgültige Entscheidung, ob der 35 Jahre alte Welt- und Europameister für den finanziell und sportlich angeschlagenen Tabellen-16. spielen wird, obliege ausschließlich Trainer Willi Reimann.

Doch der Coach schweigt nach den andauernden Spekulationen um Möllers Comeback mittlerweile eisern. „Ich will da überhaupt nichts zu sagen. Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen mehr ab“, sagte der 53-Jährige am Freitag zu dem Thema. Bis spätestens Montag um Mitternacht müsste der spektakuläre Deal abgeschlossen sein, danach geht nichts mehr: Die Wechselbörse schließt. So könnte Eintracht Frankfurt am darauffolgenden Tag Andreas Möller als Neuzugang präsentieren. Möller, der vor kurzem ein Einfamilienhaus im nahe gelegenen Bad Homburg bezogen hat, feiert an jenem Dienstag seinen 36. Geburtstag.

Geplant ist offenbar, dass Möller in dieser Saison dem Aufsteiger auf dem Spielfeld hilft, den Klassenverbleib zu schaffen, um dann anschließend bei dem Klub „hinter die Kulissen zu blicken“, wie Peter Fischer es ausdrückt. Eine eventuelle Weiterbeschäftigung über das Ende dieser Saison hinaus sei aber nicht Möllers Idee gewesen, sagte der Vereinsvorsitzende. „Andreas Möller hat niemals gefordert, ins Management wechseln zu wollen“, stellte Fischer klar. Im Übrigen gilt nach wie vor Bernd Hölzenbein, Weltmeister von 1974, als ganz heißer Anwärter auf den freien Managerposten bei der Eintracht.

Bleibt noch Fischers wenig dezenter Hinweis auf die „verbrannte Erde“. Möller stand wegen seiner Wechselspiele früher oft in den Schlagzeilen. Da war zum Beispiel seine Rückkehr von Borussia Dortmund zur Eintracht vor 13 Jahren. Es gab damals ein wochenlanges Hin und Her um die Ablösesumme, bei dem auch Möllers Berater Klaus Gerster eine nicht gerade vertrauensselige Rolle spielte. Bei Möllers umstrittenem Wechsel zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin im Jahre 1992 musste sich sogar der Fußball-Weltverband Fifa einschalten.

Insgesamt 418 Bundesliga-Spiele (110 Tore) hat Möller bisher bestritten. Er hatte seine Karriere nach Ablauf der vorigen Saison beim FC Schalke 04 eigentlich für beendet erklärt. Von 1985 bis 1988 und dann erneut von 1990 bis 1992 stand er in Diensten der Eintracht, mit der er 1988 den DFB-Pokal holte. In 104 Punktspielen für die Hessen traf Möller 33-Mal.

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