Sport : Isabell Werth siegt mit Antony deutlich

Ingo Wolff

Isabell Werth hat beim CHI in Berlin die Weltcupprüfung in der Dressur gewonnen. Mit Antony distanzierte sie die Konkurrenz vor mehr als 3000 Zuschauern während der Vormittagsveranstaltung dabei recht deutlich. "Antony hat sich heute nicht ablenken lassen", sagte Werth nach dem gelungen Ritt im Berliner Velodrom, "er war sehr locker und konzentriert."

Die Olympiasiegerin, die ihr Pferd nicht gerade als zukünftiges Championats-Pferd bezeichnet, war am Ende der Grand Prix Kür mit Musik mit 79,74 Punkten über die Leistung von Antony ein wenig überrascht. Sie bekam sowohl künstlerisch als auch technisch von allen Richtern die Höchstnoten der Prüfung. Selbst vom Anfangsapplaus ließ sich das Pferd nicht aus der Konzentration bringen, obwohl es sonst schon mal leicht abzulenken ist. Nach der gelungen Vorstellung beim CHI ist Werth nun in der Weltcup-Gesamtwertung nach zwei Stationen der Westeuropaliga in Führung gegangen. Vor der Holländerin Gonnelien Rothenberger-Gordijn, die mit Leonardo da Vinci in Berlin auf den zweiten Platz ritt.

Michael Klimke, der sich in Berlin nur mit Rang sechs in einer insgesamt recht schwach besetzten Konkurrenz begnügen musste, nimmt in der Gesamtwertung zusammen mit der Engländerin Sandy Phillips und dem Österreicher Stephan Peter Rang drei ein. Pia Laus-Schneider, die mit Renoir als große Hoffnung in Berlin gegangen war, belegte am Ende nur Rang zehn. Allerdings war es für sie erst der zweite Ritt seit der Geburt ihres Kindes und der Heirat mit dem Springreiter Ralf Schneider.

Ein anderer Springreiter hatte am späten Samstagabend für ein Kuriosum gesorgt. René Tebbel benötigte erst eine Unterschriftenaktion, um wieder aussichtsreich im zweiten Teil des Audi-Championats antreten zu können. Er hatte während des ersten Teils am Freitag eine bis dahin von keinem genutzte Abkürzung im Parcours gefunden und dabei einen Helfer umgeritten. Darauf hatte Tebbel angehalten und sich nach dem Befinden des Helfers erkundigt. Das ging zu Lasten der Konzentration. Mit der langsamsten Zeit und vier Fehlerpunkten landete Tebbel auf Rang 19. Einen zweiten Ritt lehnte das Schiedsgericht zunächst ab. Deshalb sammelte Tebbel Autogramme unter seinen Reiterkollegen, um als Neunter wenigstens noch Chancen auf den Gesamtsieg zu haben. Doch obwohl Tebbel so als langsamster aber fehlerfreier Reiter am Samstag starten durfte, reichte es am Ende nicht für den Sieg. Der Österreicher Hugo Simon gewann mit E.T. und nahm eine Nobelkarosse mit nach Hause.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben