Sport : Ist der Ruf erst ruiniert

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Die Lage ist dann wirklich schlimm, wenn sie, egal was man macht, mit jeder Handlung noch dramatischer wird. Auch der Rückzug Mohamed Bin Hammams als Präsidentschaftskandidat beim Fußball-Weltverband und seine Suspendierung wegen Korruptionsverdachts könnten solche Auswirkungen haben. Andererseits wird sich am System Fifa und an seinem Image so oder so nicht viel ändern, egal ob ein Kandidat Bestechungsvorwürfe erhebt, ob sie gegen ihn erhoben werden, ob Präsident Joseph Blatter solche Anschuldigungen unbeschadet übersteht oder ob am Mittwoch formell eine Präsidentenwahl stattfindet, die eigentlich keine ist.

So wie am Samstagabend auch der letzte Sportinteressierte verstanden hat, dass der FC Barcelona die beste Mannschaft der Welt ist, gehört spätestens seit der WM-Vergabe 2022 an Katar auch zum Allgemeinwissen, dass die Fifa korrupt ist. Der Katarer Bin Hammam ist in den Wahlkampf mit dem Versprechen größerer Transparenz und größerer Reformen gezogen – geglaubt hat das ohnehin kaum einer. Bin Hammam ist seit vielen Jahren selbst Teil des verkrusteten Systems. Der Unterschied, ob er Präsident geworden wäre oder Joseph Blatter es bleibt, spielt für den Ruf der Fifa keine Rolle. Ebenso wie das Ergebnis der Untersuchung der Ethikkommission.

Die Fifa bräuchte eine unabhängige Durchleuchtung von außen, eine Unternehmensberatung müsste sagen, was weg muss. Das ist aber leicht gesagt und unrealistisch, da wohl nur die Auflösung der Fifa-Zentrale und vieler Kontinentalverbände einen Neuanfang brächte.

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