Sport : Ist Gott rund?

Von der Magie des Fußballs

Volker Stahl

Die Elf ist eine magische Zahl, die im Fußball omnipräsent ist. Elf ist einer mehr als zehn, die Zahl der Vollendung. Die Elf steht für die Sünde, die sich über die zehn Gebote hinwegsetzt. Darum gibt es im Karneval den Elferrat. Und im Fußball wird die größte Sünde, das Foul im Strafraum mit einem Elfmeter geahndet. Mit der Zahlenmystik setzt sich Matthias Sellmann auseinander, einer von 13 Autoren dieses Sammelbandes für den anspruchsvollen Fußballfan. In seiner „Erfahrung des Heiligen auf dem Fußballplatz“ stellt er die These auf: „Alle großen Momente im Fußball sind Momente der Übertretung“, ob Maradonas Tor mit der Hand Gottes, Günter Netzers Selbsteinwechselung oder das Wembley-Tor.

Die Autoren befassen sich mit Fußball und Religion auf höchst unterschiedliche Weise. Der Israeli Moshe Zimmermann spürt der „Anwesenheit Gottes auf dem Fußballfeld“ nach, der Pfarrer Wolfgang Dohm glaubt, die Kapelle der Arena Auf Schalke „tut der Kirche und den Menschen gut“, und der römische „Spezialvikar“ Thorsten Leißer macht sich Gedanken über „Fußballfans und Heiligenkult“. Und dann fragt Schalkes Rudi Assauer in seiner Kanzelrede in der Gelsenkirchener Gnadenkirche: „Was habe ich falsch gemacht?“ Eine Antwort gibt er nicht, die kennt nur der liebe Gott.

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