Istaf : Blaue Bahn zum Erfolg

Generalprobe für die Leichtathletik-WM in Berlin: Beim Istaf im Olympiastadion erzielen die 400-Meter-Läuferin Sanya Richards und die Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa Weltjahresbestleistungen.

Frank Bachner,Friedhard Teuffel
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Ganz vorn: Sanya Richards.Foto: ddp

Diese Runde geht auf Sanya Richards. Schon wieder unter 50 Sekunden, so schnell war die Amerikanerin am Sonntag auf der blauen Bahn des Olympiastadions. Und so schnell wie noch keine in diesem Jahr, 49,57 Sekunden brauchte sie für die 400 Meter, Weltjahresbestzeit. Gold aus dem Jackpot der Golden League hatte sie 2006 und 2007 schon bekommen. Wenn ihr als einziger sechs Siege bei den sechs Meetings der Golden League gelingen, erhält sie eine Million Dollar in Gold.

Zu ihren härtesten Konkurrenten wird sicher 5000-Meter-Läufer Kenenisa Bekele aus Äthiopien gehören, der in 13:00,76 Minuten gewann – und Jelena Isinbajewa, die Weltrekordhalterin im Stabhochsprung. Mit ihr hatte sich Richards vor zwei Jahren schon den Jackpot geteilt. Der Russin gelang am Sonntag in Berlin ebenfalls eine Weltjahresbestleistung, sie übersprang 4,83 Meter. So konkurrenzlos wie sie ist kaum eine Athletin in der Welt des Sports, in Peking hatte sie bei den Olympischen Spielen den Weltrekord auf 5,05 Meter erhöht. Diese Leistung hat so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dass sie vom größten chinesischen Sportartikelhersteller einen Millionenvertrag bis 2013 erhielt. So lange will sie jetzt noch weitermachen. „Sie behandeln mich wie eine Königin“, sagte Isinbajewa über die Chinesen und kündigte für dieses Jahr weitere Weltrekorde an, „ich plane zwei bis drei“.

Die Überraschung beim Stabhochspringen war jedoch nicht Isinbajewa, sondern die Mainzerin Anna Battke, die ihre persönliche Bestleistung auf 4,68 Meter steigerte. Auch andere Deutsche überzeugten: Über 1500 Meter kam als Erster zwar der Kenianer Kiprono Choge in der Weltjahresbestzeit von 3:29,47 Minuten ins Ziel, doch zwei Deutsche konnten ihre persönliche Bestzeit steigern und die WM-Norm erfüllen, der Erfurter Stefan Eberhardt mit 3:33,92 Minuten als Fünfter und der Berliner Carsten Schlangen als Zehnter mit 3:34,60 Minuten. Nicht ganz so glücklich war ein anderer Berliner. „Ich bin zufrieden“, brummte Diskuswerfer Robert Harting. Zufrieden? Ja, wirklich, weil das Publikum so toll war, und weil es ihn zu seiner Pflichtweite geschrieen hatte. 66 Meter wollte Harting erzielen, bei 66,17 Meter landete sein Diskus. Wenn Harting ans Ganze denkt, dann ist da nichts mehr mit Zufriedenheit. 66,17 Meter bedeuteten Platz drei. Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland, hatte klar gewonnen, mit 67,88 Metern.

Kanter, Piotr Malachowski aus Polen, und Virgilius Alekna aus Litauen, werfen derzeit regelmäßig weiter als Harting. „Das zieht mich schon runter“, gibt der WM-Zweite von 2007 zu. Seine Rückenprobleme blockieren ihn. Eine WM-Medaille ist derzeit eine nette Illusion. Selbst sein Wurf auf 66,13 Meter war nicht optimal. „Den habe ich nicht richtig erwischt“, sagte Harting, „technisch war der nicht gut.“

Nadine Kleinert kennt diese Probleme. Aber wenigstens hatte sie gewonnen. 19,33 Meter im Kugelstoßen, das genügte etwas überraschend zu Platz eins. „Technisch waren meine Stöße nicht gut“, sagte die 33-Jährige. Im Wettkampf zumindest. Beim Einstoßen kam die Magdeburgerin erheblich weiter. Sie wollte eigentlich zumindest in die Nähe ihrer Saison-Bestleistung kommen, die bei 19,80 Metern steht. Der Leverkusener Robin Schembera verfehlte bei seinem Sieg über 800 Meter in 1:45,96 Minuten die Norm für die Weltmeisterschaften und ärgerte sich. In diesem Jahr kommt schließlich noch Größeres auf die deutschen Athleten zu.

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