Sport : Istaf bleibt in derGolden League

Die Turnierserie wird um einen Termin auf sechs reduziert

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Berlin. Zwei Tage nach dem Internationalen Stadionfest 2002, zwei Tage, nachdem das größte deutsche Leichtathletik-Meeting im Berliner Jahn-Stadion über die Bühne gegangen war, hatte Meetingdirektor Christian Schenk einen Triathlon in Hamburg absolviert. Kein Problem, „denn ab jetzt können wir nur warten und hoffen“, hatte Schenk gesagt. Jetzt aber hat die Warterei ein Ende, und alles kommt wie erwartet: Das Istaf bleibt auch in den kommenden drei Jahren ein Golden-League-Meeting. Das Council des Leichtathletik-Weltverbands IAAF beschloss gestern in Paris, wo am Wochenende das Grand-Prix-Finale stattfindet, dass Berlin in der bedeutendsten Meetingserie der Welt-Leichtathletik bleibt. Zwei Kandidaten allerdings blieben auf der Strecke: Stockholm und London, zwei Kandidaten, die sich neu für die Serie beworben hatten. Das Aus für sie kam überraschend. Experten hatten mit dem Ausscheiden von Rom und Oslo gerechnet. Monaco fällt ebenfalls aus der Serie, aber dafür wird dort in Zukunft das Grand-Prix-Finale ausgetragen.

Im Prinzip bleibt nun mit dieser Entscheidung alles beim Alten. Neulinge wurden abgeblockt, wobei die Kriterien, nach denen der Golden-League-Status vergeben wird, bei der IAAF nicht klar geregelt sind. Tradition spielt hingegen eine große Rolle. Die einzige Änderung ist die Reduzierung der Serie um ein Meeting. Diese Reduzierung war der Wunsch des japanischen Konzerns Dentsu, der die internationalen Fernsehrechte an der Golden League besitzt und sich beklagte, dass eine Serie mit sieben Stationen schlecht zu vermarkten sei. Zudem stöhnten Athleten über die lange Serie. Beim Golden-League-Finale fühlten sie sich ausgelaugt. Sprint-Star Marion Jones aus den USA hatte zum Beispiel nach dem Istaf 2002, der Endstation der Golden-League-Serie, erklärt: „Da 2003 die WM stattfindet, hätte ich bei der bisherigen Serie acht Starts, da würde ich mir überlegen, ob ich bei allen Meetings antrete.“

Istaf-Meeting-Direktor Schenk war völlig aus dem Häuschen. „Das ist gigantisch. Die tolle Atmosphäre der Europameisterschaften in München hat uns Rückenwind gegeben“, sagte er der Deutschen Presseagentur. Christoph Kopp, der Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbands, erklärte: „Das ist eine Entschädigung für Nairobi, wo uns der WM-Zuschlag versagt wurde. Es ist wichtig, dass Deutschland mit Berlin im internationalen Leichtathletik-Geschäft bleibt.“ Im April 2002 hatte Berlin überraschend die Abstimmung um den Zuschlag für die WM 2005 verloren. Obwohl Berlin als Favorit gehandelt wurde, gewann Helsinki. Unmittelbar zuvor hatte die überschuldete Istaf GmbH Insolvenz anmelden müssen. In Paris spielte das alles keine Rolle. Frank Bachner

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