Istaf : Christian Reif gewinnt im Weitsprung vor Bayer

In letzter Minute konnte Weitspringer Christian Reif seinem Verfolger entkommen und siegte mit 8,06 Metern.

von
Im Anflug. Weitspringer Christian Reif landete beim Istaf vor allen anderen.
Im Anflug. Weitspringer Christian Reif landete beim Istaf vor allen anderen.Foto: dpa

Berlin - Christian Reif sank auf die Knie, dann stieß er die Faust in die Luft, und aus den Stadion-Boxen dröhnte „We will rock you“. Christian Reif, der Europameister im Weitsprung, war 8,06 Meter gesprungen. Im letzten Versuch hatte er noch die Kraft für seinen weitesten Sprung. Bis dahin hatte er eine Bestweite von 7,89 Meter. Mit den 8,06 Metern gewann der 25-Jährige aus Ludwigshafen auch den Weitsprung. Diese letzte Kraftanstrengung hatte natürlich damit zu tun, dass Reif grundsätzlich gewinnen wollte. Aber sie hatte auch viel mit dem Mann zu tun, der kurz zuvor 7,98 Meter gesprungen war. Und der damit vor Reif lag. Von Sebastian Bayer wollte sich Reif nicht besiegen lassen. Das war eine Prestigesache

Der Hallen-Europarekordler Bayer hatte durch seine Popularität jeden nationalen Konkurrenten in den Schatten gestellt. Schon das hatte den Acht-Meter-Springer Reif gewurmt. Dass weder Reif noch Bayer gute Weiten liefern würden, war klar. Reif hatte nach den Belastungen der EM nicht mehr genug Kraft, Bayer war monatelang verletzt. Deshalb sagt das Istaf-Resultat nichts darüber, wer gerade national die Nummer eins in Deutschland ist.

Ausgehend von ihren Bestweiten sind beide auf Augenhöhe. Aber es geht um die Feinheiten, die für beide doch wichtig sind. Bayer ist 2009 zwar 8,49 Meter gesprungen, aber aus gesundheitlichen Gründen konnte er nie zeigen, ob er stabil im Bereich von 8,20 bis 8,30 Metern liegt. Das aber ist wichtig für die Frage, ob die Bestweite eine Ausnahme war. Reif ist 2010 mehrfach im Bereich 8,20 bis 8,30 Meter gelandet, seine Bestweite liegt bei 8,47 Meter. Er hat den Beweis geliefert. Dass er gestern nur auf 8,06 Meter kam, ist ihm ziemlich egal. Er hat Bayer besiegt, das ist wichtiger. Frank Bachner

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben