Sport : ISTAF ist ohne das Olympiastadion undenkbar

ERNST PODESWA

Der Aufstieg von den Golden Four zur Golden League ohne passende Sportstätte gefährdetVON ERNST PODESWA BERLIN."Ein ISTAF ohne das Olympiastadion ist für uns undenkbar.Nicht von ungefähr hat das Internationale Stadion-Fest seit 1937 das Olympiastadion in seinem Logo", verdeutlichte Dr.Dietrich Beier als Präsident der ISTAF-Gemeinschaft deren Position zu Vorstellungen über die Zukunft der bekanntesten Sportstätte Berlins.Auch ISTAF-Direktor Rudi Thiel gab Projekten einer Entkernung des Stadions mit "Denkmalsresten" eine Absage: "Für die Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften 1998 mag das Jahnstadion mit 20 000 Zuschauern genügen.Doch für ein internationales Highlight wie das ISTAF mit 50 000 Besuchern oder mehr kommt es nicht in frage." Man müsse nach vorne sehen und die Hauptstadt offen halten für "große Events" - Welt-und Europameisterschaften oder gar Olympische Spiele. "Von den Golden Four zur Golden League" lautete das Thema der gestrigen Pressekonferenz im Radisson-Hotel.Ziemlich überraschend hatte sich vor Wochen die Golden-Four-Serie mit den vier Sportfesten Oslo, Zürich, Brüssel und Berlin (ISTAF) vom Hauptsponsor- und vermarkter Ufa getrennt und war dem Projekt der "Golden League" unter Regie des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF beigetreten.Diese "Superliga" wird 1998 in die bestehende Grand-Prix-Wertung einbezogen und hat neben den vier Stationen auch Rom und Monte Carlo, möglicherweise noch Paris, integriert. Zweifellos eine Anerkennung für das, was das ISTAF mit seinem "Macher" Thiel geleistet hat.Nachdem die Ufa nach vierjähriger Begleitung der "Golden Four" für die nächsten Jahre keine Finanz- und Planungssicherheit gewährleisten konnte, die Dominanz des Fußballs in der Fernsehvermarktung immer stärker zunimmt, "war das genau der richtige Zeitpunkt, mit der Golden League auf dem Markt zu erscheinen." Und da Nebiolo gute Drähte zur Europäischen Fernseh-Union EBU besitzt, könnten diese Topereignisse wieder in den öffentlich-rechtlichen Anstalten zu besichtigen sein. Thiel informierte über weitere Einzelheiten der Golden League: Die Preisgelder werden generell erhöht und bis hinauf zu Platz acht gezahlt.Die Superstars werden mit hochdotierten Extra-Promotions-Verträgen gebunden.Damit entfallen die leidigen Antrittsgagen.Auch bei den Reisekosten würden Pauschalen vieles erleichtern.Der Jackpot wird auf eine Million Dollar aufgestockt, die an die Sportler und Sportlerinnen aufgeteilt werden, die bei allen Meetings siegreich bleiben.Gedacht sei an 15 Wettbewerbe, von denen sich der Veranstalter 12 bis 13 auswählen und vier per "Wildcard" dazunehmen könne.Thiel: "Alles in allem ein deutlicher Schritt nach vorn - mit mehr Sicherheit und Überschaubarkeit in allen Belangen." Doch, was nützen alle Konzepte, wenn Berlin keine entsprechende Arena zu bieten hat? Um den Entscheidungsträgern die weitreichenden Konsequenzen ihres Handelns zu verdeutlichen, wird Thiel demnächst als Briefschreiber an Senat und Bund aktiv werden - Institutionen, deren Politik von Sparzwängen diktiert wird.

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