Sport : Istaf: Unter neuer Aufsicht

Jörg Wenig

Das Personalkarussell bei der Istaf GmbH dreht sich weiter, doch die jüngste Entscheidung könnte dazu beitragen, dass es bald in eine erfolg versprechende Richtung rotiert. Wie der Tagesspiegel erfuhr, wurde Helmut Digel im Rahmen einer Gesellschafterversammlung in den Aufsichtsrat des Leichtathletik-Meetings gewählt, das als einzige deutsche Veranstaltung zu der Golden-League-Serie des internationalen Verbandes IAAF gehört. Der scheidende Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wurde von den Vertretern der Istaf-Gesellschaftern Berliner SC, Olympischer SC und SC Charlottenburg einstimmig gewählt - ein Ergebnis, das angesichts der unterschiedlichen Positionen der drei Klubs bei den anstehenden Personalentscheidungen ungewöhnlich ist. Der Aufsichtsrat hat nunmehr sechs Mitglieder, die zwei Jahre zusammenarbeiten sollen. Neben Digel wurde der Schatzmeister des Deutschen Sportbundes, Ulrich Kroeker (Mainz), in das Gremium bestellt. Die drei Vereine stellen im neu formierten Aufsichtsrat jeweils einen Vertreter: Wolfgang Druschky (BSC), Otakar Stastny (OSC) und Klaus Henk (SCC). Außerdem sitzt Stephan Brubacher vom Istaf-Vermarkter ISL im Aufsichtsrat.

Helmut Digel wollte seine Wahl auf Anfrage des Tagesspiegel gestern weder bestätigen noch dementieren. "Ich werde dazu erst öffentlich etwas sagen, wenn ich mit den Vertretern der Istaf-Gesellschafter gesprochen habe", sagte der Leiter des Institutes für Sportwissenschaften der Universität Tübingen, der sich bei den DLV-Präsidiumswahlen im März nicht mehr stellen wird, aber Mitglied im Council der IAAF bleibt.

Ein Gespräch zwischen Helmut Digel und Vertretern der drei Istaf-Vereine hätte es auch unabhängig von seiner Wahl in den Aufsichtsrat gegeben. Dazu wiederum hatte der Präsident des Landessportbundes Berlin (LSB), Peter Hanisch, geladen. Im Streit der Istaf-Vereine um die personelle Zukunft des Sportfestes war zuvor bereits ein Schlichtungsversuch des LSB-Präsidenten gescheitert. Dabei sollen vor allen der SCC-Präsident Klaus Henk und sein Stellvertreter Jörg Wischhusen in der Kritik gestanden haben. Diese beiden sorgten in erster Linie dafür, dass die noch Anfang September mit Michael John (Geschäftsführer) und Christoph Kopp (Sportdirektor) besetzten Istaf-Stellen in anderer Form neu ausgeschrieben wurden. John wurde zudem gekündigt, er hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet.

Die SCC-Gesellschafter brachten für den Teilzeit-Posten des Istaf-Sportdirektors den früheren Läufer Stéphane Franke ins Spiel. Für dessen weitere Finanzierung sei eine Einbindung in identischer Position beim Berlin-Marathon denkbar. Dagegen aber regt sich im eigenen Verein heftiger Widerstand. Der kommt von den Verantwortlichen des Berlin-Marathons, die mit ihrer erfolgreichen Veranstaltung die Spitzen-Leichtathletik beim SCC am Leben erhalten.

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