Sport : Italien bejubelt Schumacher auf zwei Rädern

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Namur - Der Name Schumacher steht bei den Italienern nicht mehr nur für deutsche Wertarbeit in der Formel 1. Radprofi Stefan Schumacher führt seit seinem eindrucksvollen Etappensieg von Namur den 89. Giro d’Italia an. Gestern verteidigte er das Rosa Trikot des Spitzenreiters auf der vierten Etappe im belgischen Hotton. Schumacher kam mit dem Hauptfeld ins Ziel, den Massensprint gewann der Australier Robbie McEwen. „Es ist ein Super-Gefühl, das Trikot verteidigt zu haben. Mal sehen, wie es beim Mannschaftszeitfahren am Donnerstag läuft“ sagte Schumacher. Heute ist der erste Ruhetag des Giro, weil die Fahrer von Belgien nach Italien reisen.

Gestern führte die Strecke auch ein Stück über den Formel-1-Kurs von Spa-Francorchamps, der Schumachers prominentem Namensvetter Michael immer besonders gut lag. „Rad-Schumi triumphiert auch ohne Boxenstopp“, hatte die „Gazzetta dello Sport“ am Dienstag geschrieben.

Der hoch gelobte 24-Jährige blieb aber Realist: „Jan Ullrich ist der beste deutsche Radprofi“. Schumacher hatte seinen Coup abgeklärt vorbereitet: Platz vier im Prolog und die Zeitgutschriften von Namur brachten ihm das Rosa Trikot. „Das war das Rennen meines Lebens. Als ich 500 Meter vor dem Ziel alleine vorne war, wusste ich, dass es klappt“, sagte Schumacher. Nach dem Zieleinlauf lag sich sein Team, das den zwölften Saisonsieg feierte, in den Armen. „Die Stimmung bei uns ist sensationell“, sagte Schumacher, der sich stark genug für weitere Großtaten fühlt.

Im Vorjahr schien er hingegen noch vor dem Aus zu stehen. Der Schwabe, der 2003 bei T-Mobile wegen fehlender Perspektiven aussortiert wurde, war in einen ominösen Dopingfall verwickelt. Ihm wurde ein Asthmamittel mit einem Wirkstoff verschrieben, das unter einem anderen Namen auf der Dopingliste stand. Der Bund Deutscher Radfahrer verzichtete aber auf eine Bestrafung. Damit war der Weg nach den unterklassigen Stationen Shimano und Lamonta frei für das Team Gerolsteiner. „Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Schumacher im Vorjahr nach seiner Vertragsunterschrift.

Im April nutzte er bei der Sarthe-Rundfahrt die Bühne nach Ullrichs Absage und holte sich den Gesamtsieg. Die Tour de France muss allerdings noch bis 2007 auf Stefan Schumacher warten. dpa/Tsp

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