Italien : Del Piero droht mit Nationalmannschafts- Boykott

Italiens Stürmer-Star Alessandro Del Piero will demnächst nicht mehr im Nationalteam spielen - es sei denn auf seiner angestammten Position. Zuletzt hatte Trainer Donadoni den 32-Jährigen ins Mittelfeld verbannt - wo er keine gute Figur machte.

Bernhard Krieger[dpa]
Piero
Lässt sich nicht mehr ins Mittelfeld zwängen: Alessandro Del Piero. -Foto: dpa

Italiens Weltmeister-Mannschaft zerfällt immer mehr. Nach dem Rücktritt von Spielmacher Francesco Totti und Abwehrspieler Alessandro Nesta droht nun Stürmer-Star Alessandro Del Piero mit einem Nationalteam-Boykott. Der 32 Jahre alte Angreifer von Juventus Turin will künftig nur noch auf seiner Lieblingsposition im Sturm spielen und sich von Nationaltrainer Roberto Donadoni nicht mehr in eine andere Rolle hineinzwängen lassen. "Donadoni kann mich anrufen, wenn er einen Stürmer braucht, ansonsten soll er mich zu Hause lassen", stellte der Routiner klipp und klar fest.

Harte Worte für den sonst eher ruhigen und introvertierten Kicker. Als Mittelfeldspieler seien andere besser als er, sagte der Kapitän des italienischen Rekordmeisters aus Turin dem Fernsehsender Sky. Zuletzt hatte ihn Donadoni beim 0:0 gegen Frankreich ins Mittelfeld verbannt, wo Del Piero dann prompt enttäuschte. "Ihm gelang nichts, aber auch gar nichts", urteilte "La Gazzetta dello Sport". Beim 2:1-Sieg in der Ukraine am vergangenen Mittwoch saß der Turiner daraufhin nicht einmal auf der Bank, sondern schmorte auf der Tribüne.

Del Piero: Stets Probleme mit den Trainern

"Ich habe einige Male akzeptiert, auf Positionen zu spielen, die eigentlich nicht meine Sache sind. Aber damit ist es jetzt vorbei", betonte Del Piero. Ein endgültiger Abschied aus der "Squadra Azzurra" täte ihm jedoch leid. "Ich hänge sehr an der Nationalelf und würde diese Ära gerne mit der Europameisterschaft beenden", gestand er.

Seit 1995 hat Del Piero 85 Länderspiele bestritten und dabei 27 Tore erzielt. Seine Nationalelf-Karriere war jedoch stets von Höhen und Tiefen begleitet. Alle Auswahl-Trainer hatten ihre Probleme mit dem Turiner, taten sich schwer, die ideale Position im Sturm für ihn zu finden. "Ich halte mich selbst für einen etwas außergewöhnlichen Spieler, der immer in der Diskussion steht", gab Del Piero zu.

Seine Zukunft bei den "Azzurri" scheint mehr als ungewiss, die bei Juventus dagegen trotz einiger Misstöne in den vergangenen Wochen gesichert. Mit den Turinern habe er schon Termine vereinbart, um über eine Verlängerung des im Sommer 2008 endenden Vertrags zu verhandeln. Del Piero hatte Juve im Vorjahr trotz der wegen des Liga-Skandals erfolgten Verurteilung zum Zwangsabstieg in die Serie B die Treue gehalten. Auch dank Del Pieros konstanter Top-Leistungen gelang "Juve" der sofortige Wiederaufstieg.

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