Sport : Italien: Ein Retter und ein Meisterwerk

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Hannover - Nach dem 2:0-Auftaktsieg gegen Ghana hat der Titelkandidat Italien den Fußball-Skandal in der Heimat erst einmal abgehakt und feiert Marcello Lippi als den Retter der Nation. Der Trainer ließ schönen Offensivfußball spielen und hatte sein Team optimal aufgestellt. „Lippi, das war dein erstes Meisterwerk“, schrieb „La Gazzetta dello Sport“. Andrea Pirlo (40.) und Vincenzo Iaquinta (83.) hatten für die Tore gesorgt.

Auch Lippi selber war zufrieden. „Das war ein sehr schönes Spiel“, sagte er. Seine Mannschaft habe „in den letzten 20 Tagen keine leichte Zeit gehabt“. Doch unbeeindruckt vom Manipulations-Skandal, bei dem auch er in die Schlagzeilen geraten war, behielt der Trainer die Nerven. Er setzte auf den nach seinem Wadenbeinbruch längst noch nicht fitten Francesco Totti, den bislang schwachen Pirlo und brachte überraschend Simone Perrotta und am Ende Joker Iaquinta. Mit Erfolg: Perrotta war als Antreiber über die rechte Seite der beste Italiener, Pirlo bedankte sich mit dem 1:0, Iaquinta machte den Sieg nach einem krassen Fehler des Ex-Bayern-Profis Sammy Kuffour mit seinem Tor perfekt.

Und dann feierte Totti auch noch ein gelungenes Comeback. „Ich danke Lippi, dass er an mich geglaubt hat“, sagte der Kapitän des AS Rom. „Der Gladiator ist zurück“, schrieb „La Repubblica“ über Totti. Nach einem Tritt ans Schienbein humpelte der Spielmacher in der zweiten Halbzeit jedoch vom Platz. „Es ist nur eine kleine Prellung“, sagte der Routinier. Gegen die USA am Samstag kann er wieder spielen. Das hat eine Untersuchung am Dienstag ergeben.

Die Vorstellung der Italiener war so beeindruckend, dass Ghanas Mittelfeldstar Michael Essien erklärte: „Italien ist einer meiner Top-Favoriten.“ Die „Black Stars“ spielten zwar respektlos, aber letztlich nicht effektiv genug. „Ich glaube trotzdem weiter an den Achtelfinal-Einzug“, sagte Ghanas Trainer Ratomir Dujkovic und gab sich ebenso wenig geschlagen wie Kuffour. „Das ist so schlimm für mich, meine Familie und mein Land. Aber jetzt gewinnen wir die nächsten Spiele“, sagte der Verteidiger vom AS Rom nach seinem Lapsus und ließ sich von Totti trösten – seinem Klubkollegen. dpa

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