Italien : Inter beschenkt sich

Nach Milans Schlappe am Samstag genoss Inter in der Nacht mit tausenden Fans vor dem Trainingszentrum in Appiano Gentile eine spontane Titelfete. Inter Mailand will nun die Champions League gewinnen.

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Bier für den Champion. Luis Figo lässt es sich schmecken. Foto: dpa

Mailand - Gemütlicher hätte Inter Mailand seinen 17. Meistertitel nicht gewinnen können. Ausgerechnet der verhasste Lokalrivale AC Mailand bescherte der entspannt vor dem Fernseher sitzenden Inter-Mannschaft mit seiner 1:2-Niederlage beim Tabellensiebten Udinese vorzeitig den vierten „Scudetto“ in Serie. „Dieses Geschenk war wirklich übertrieben“, frotzelte Inter-Präsident Massimo Moratti, der sich bereits vor der Meistergala beim 3:0 (1:0) gegen den AC Siena am Sonntag über das schönste Geschenk zum 64. Geburtstag freuen konnte. „Nächstes Jahr folgt der fünfte Meistertitel“, prophezeite Moratti im Überschwang. Und Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic versprach gar den lang ersehnten Champions-League-Titel: „Nächste Saison gewinnen wir alles!“, rief der Inter-Toptorjäger und beendete damit zugleich alle Diskussionen um seinen möglichen Abschied.

Nach Milans Schlappe am Samstag genoss Inter in der Nacht mit tausenden Fans vor dem Trainingszentrum in Appiano Gentile eine spontane Titelfete. Die Spieler besprühten die jubelnden Fans mit Champagner. Moratti und Trainer José Mourinho feierten Arm in Arm mit den Tifosi. Derweil fuhren zehntausende Fans hupend und mit wehenden Inter-Schals durch die Mailänder Innenstadt. Bis spät in die Nacht verwandelten sie den Domplatz in ein blau-schwarzes Fahnenmeer. Die Spieler trugen Meister-T-Shirts mit einem spöttischen Gruß an die Rivalen: „Juve, Milan und Rom ohne Titel. Schöne Ferien wünscht José Mourinho!“

Schon vor seinem drittletzten Saisonspiel am Sonntagabend war Inter der Titel durch die Verfolger Milan und Juventus Turin nicht mehr zu nehmen. Carlo Ancelotti bewies Größe und gratulierte Inter als erster: „Ihr habt den Titel verdient“, sagte Milans Trainer. Tatsächlich hat Inter die gesamte Saison dominiert. „Daran hatte Mourinho sehr großen Anteil“, lobte Moratti den Portugiesen. Mit seinen arroganten Sprüchen hat sich der Coach in seinem ersten Jahr in Italien zwar viele Feinde gemacht, Inter so aber geeint und auf Anhieb zum „Scudetto“ geführt. „Der Titel ist an die Besten gegangen!“, erklärte Mourinho mal wieder ganz unbescheiden. Auch wenn der erhoffte Champions-League-Erfolg ausblieb, zog Mourinho für sich ein positives Fazit: „Ich bin stolz, jetzt fünf Titel in drei Ländern gewonnen zu haben.“

„Der Triumph ist verdient“ urteilte der „Corriere dello Sport“ stellvertretend für die italienische Öffentlichkeit. Für Inter-Kapitän Javier Zanetti ist der „vierte Titel in Folge etwas Besonderes“. Dass Inter mit 17 Championaten nun mit Milan gleichgezogen hat, machte den Triumph für den Ex-Klub von Jürgen Klinsmann, Lothar Matthäus, Andreas Brehme und Karl- Heinz Rummenigge noch schöner. dpa

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