Italien - Rumänien 1:1 : Der Weltmeister verzweifelt an Europa

Die Italiener holen gegen Rumänien nur einen Punkt - und haben Glück, dass Mutu seinen Elfmeter kurz vor Schluss nicht verwandelt. Jetzt muss Italien am Dienstag gegen Frankreich unbedingt gewinnen.

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Das hatte Hand und Fuß. Buffon wehrt einen Elfmeter ab.Foto: dpa

Adrian Mutu wollte schon anlaufen und alles klar machen. Italien, den Weltmeister, mit einem Elfmeter aus dem Turnier schießen – wenige Minuten vor Schluss. Doch dann stoppte er. Blickte noch einmal kurz zur Seite, um sich beim Schiedsrichter zu vergewissern, dass der Ball auch wirklich freigegeben ist. Es war wohl diese kleine Konzentrationsstörung, die den Rumänen aus dem Tritt brachte. Er setze seinen Schuss unplatziert Richtung linke Torwartecke, in die auch Gianluigi Buffon abgetaucht war. Der riss seine rechte Hand hoch, der Ball klatsche von der Handfläche an Buffons Fuß und aus der Gefahrenzone. Italien war gerettet, ein bisschen. Denn am Ende langte es für den Weltmeister nur zu einem 1:1.

Das Unentschieden gegen Rumänien hält die Italiener zwar im Turnier, ein Weiterkommen macht es aber auch nicht wahrscheinlicher. Italien muss gegen Frankreich gewinnen, um noch eine Chance auf das Viertelfinale zu haben. Italiens Trainer Roberto Donadoni bleibt trotzdem optimistisch: „Wir haben ein optimales Spiel abgeliefert und viele Chancen herausgearbeitet. Leider ist es nur zum Unentschieden gekommen, aber wir bleiben im Rennen.“ Es ist das verbesserte Auftreten seiner Mannschaft, das dem italienischen Coach Zuversicht gibt. Die Italiener spielten deutlich druckvoller und konsequenter als bei der 0:3-Niederlage gegen die Niederlande. Sie erarbeiteten sich etliche Chancen, nur blieb die Ausbeute mit nur einem Tor zu wenig. Auch Luca Toni wartet noch auf einen Treffer. Allein in der ersten Hälfte köpfte er dreimal aufs Tor – ohne Erfolg. Beim vierten Mal machte es der Bayern-Stürmer besser. Sein Kopfball in der Nachspielzeit landete im rumänischen Tor. Doch Toni musste seinen gekonnt aus dem Handgelenk geschüttelten Ohrdreher-Jubel abbrechen. Schiedsrichter Övrebrö entschied auf Abseits – eine Fehlentscheidung.

Die Rumänen spielten sehr gut mit und zeigten, wie anfällig die umgebaute italienischen Innenverteidigung ist. Rumänien kam zu zahlreichen Chancen, unter anderem rettete Buffon nach einer Viertelstunde vor Mutu. Wenige Minuten später donnerte Chivu einen Freistoß an den Pfosten. Anders als noch gegen Frankreich beschränkte sich Rumänien nicht auf die Defensive, so dass sich ein temporeiches Spiel entwickelte, in das nach der Pause auch gehörig Dramatik kam. Im Mittelpunkt stand wieder die italienische Defensive. Gianluca Zambrotta hätte zur tragischen Figur des Spiels werden können als er einen langen Ball aus der rumänischen Hälfte am eigenen Strafraum direkt in die Füße von Adrian Mutu spielte, der zum 1:0 einschob. Von Schock aber bei den Italienern keine Spur. Vielmehr war es die italienische Innenverteidigung, die den Weltmeister im direkten Gegenzug zurück ins Spiel brachte. Einen Eckball köpfte Chiellini auf Panucci, der zum Ausgleich traf.

Italien drängte in der Folge zwar auf das Siegtor, aber Rumänien stellte sich clever dazwischen und hatte mit Lebont einen guten Schlussmann, der einige Möglichkeiten der Italiener vereitelte. Diese haben es nach dem Elfmeter, den Panucci verschuldet hatte, ihrem Torwart zu verdanken, dass sie noch ein wenig hoffen dürfen. (Tsp)

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