Ja, wo schießt sie denn? : Biathletin Neuner zielt auf die falschen Scheiben

In Führung liegend unterlief Magdalena Neuner beim Weltcup in Nove Mesto ein folgenschweres Missgeschick: Die Rekordweltmeisterin verlor vorübergehend die Orientierung.

Falsches Ziel. Magdalena Neuner musste insgesamt achtmal in die Strafrunde.
Falsches Ziel. Magdalena Neuner musste insgesamt achtmal in die Strafrunde.Foto: dpa

Es sah gut aus für Magdalena Neuner. Als Erste kam sie bei der Verfolgung in Nove Mesto zum Stehendschießen. Doch dann passierte das Malheur. Die Rekordweltmeisterin gab von den fünf Schüssen vier auf die falschen Scheiben ab – und verschenkte damit ihren 29. Weltcupsieg. „Das ist mir noch nie passiert. Ich war so konzentriert, vielleicht zu konzentriert“, sagte die Biathletin. „Ich hab mich auf die Scheibe eingerichtet, den Blick stur nach vorne, und einfach nicht geschaut, was für eine Zahl über der Scheibe steht.“

Das verpatzte Schießen war folgenschwer. Denn obwohl Neuner das Rennen trotzdem noch hätte gewinnen können, leistete sie sich beim letzten Schießen drei weitere Fehler – diesmal hatte sie auf die richtigen Scheiben gezielt. „Da habe ich einfach auf die Scheiben draufgepfeffert und gedacht: Fallt doch endlich um ihr blöden Scheiben“, sagte sie. Am Ende hatte die Doppelolympiasiegerin nach den zehn Kilometern als Siebte 1:20,4 Minuten Rückstand auf die Siegerin Tora Berger. Zweitbeste Deutsche war Andrea Henkel als Achte. Miriam Gössner wurde mit nur einem Fehlschuss Elfte.

Neuner kämpfte nach ihrem peinlichen Blackout mit den Tränen. Kopfschüttelnd verließ sie das Stadion und ging wortlos in die Kabine. Die Schüsse beim ersten Stehendschießen trafen zwar genau ins Schwarze, die Scheiben fielen reihenweise. Doch plötzlich die Schrecksekunde: Neuner realisierte, dass sie auf die falschen Scheiben gezielt hatte. „Crossfire“ heißt das seltene Missgeschick in der Biathlonsprache. Magdalena Neuner blieb bisher davon verschont, ist aber in bester Gesellschaft. Darja Domratschewa aus Weißrussland, Magdalena Forsberg aus Schweden oder Uschi Disl – sie alle vergaben durch falsches Zielen mal einen Sieg. „Auf meiner Abschiedstour nehme ich aber auch wirklich alles mit“, sagte Neuner im Hinblick auf ihr Karriereende nach dieser Saison.

Auch Arnd Peiffer hatte mit den Scheiben im tschechischen Nove Mesto seine Probleme. Trotz eines Treffers war eine Scheibe beim Schießen nicht gefallen, woraufhin die Wettkampfjury ihm nach einem Einspruch des deutschen Teams nachträglich 20 Sekunden gutschrieb. Peiffer, der das Rennen ursprünglich als Fünfter beendet hatte, rutschte noch auf Platz zwei vor. Es gewann der Russe Anton Schipulin. (Tsp/dpa)

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