Sport : Jäggi will sich wegrationalisieren

Gehaltskürzungen in Lautern, Klose vor Wechsel im Sommer

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Kaiserslautern (dpa). Dem 1. FC Kaiserslautern geht es gar nicht gut. Angesichts leerer Kassen wird der im Vorjahr knapp dem Bankrott entronnene FußballBundesligist die Spielergehälter nach der Saison drastisch reduzieren und seinen Torjäger Miroslav Klose mit großer Wahrscheinlichkeit verkaufen. „Wir müssen im nächsten Juni die gewaltigen Lohnsummen senken“, sagte Vorstandschef René C. Jäggi und kündigte Gehaltskürzungen von bis zu 35 Prozent an. Zudem ließ Jäggi durchblicken, dass er zum Ende der Saison 2004 von seinem Amt beim 1. FCK zurücktreten, aber weiter im Aufsichtsrat mitarbeiten wird.

„Von Beginn an habe ich betont, dass ich mich hier möglichst schnell wieder wegrationalisieren möchte. Meine berufliche und private Situation sagen mir, dass dieser Termin mit Saisonablauf da sein wird“, sagte der 54-Jährige. „Mit der Umsetzung der Sanierung und dem anstehenden Abschluss der Stadion-Baumaßnahmen ist meine Mission quasi erfüllt.“ Dank des mit den Banken, der Stadt Kaiserslautern und dem Land Rheinland-Pfalz abgeschlossenen Sanierungskonzepts hat der Verein im Geschäftsjahr 2002/03 zwar einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Doch ohne diese Maßnahme, die unter anderem den Verkauf des Fritz-Walter-Stadions für 17,1 Millionen Euro beinhaltete, hätte bei den Pfälzern im kommenden Sommer ein Minus von gut 28 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Da die Pfälzer außer den Spielern keine Vermögensteile besitzen, geht es den Kickern, bei denen die Verträge im Sommer auslaufen, ans Geld. „Wir müssen die Gehaltsstruktur der veränderten Situation anpassen“, sagte Jäggi. Nur noch drei Spieler werden dann mit lukrativen Altverträgen ausgestattet sein. Zu diesen gehört Nationalspieler Miroslav Klose, dessen Vertrag bis Ende Juni 2005 läuft. Da der Verein für einen möglichen Transfer des 25-Jährigen in der Sommerpause ein Darlehen in Höhe von fünf Millionen Euro von der Lottogesellschaft Rheinland-Pfalz kassiert hatte, zeichnet sich die Trennung ab. „Wenn man es kaufmännisch nüchtern betrachtet, müssen wir ihn verkaufen, wenn ein Angebot da ist. Ansonsten muss der Verein die Summe zurückzahlen“, sagte Jäggi.

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