Jahresbilanz : DLV bis zur Weltmeisterschaft 2009 gewappnet

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist für die großen Aufgaben der kommenden drei Jahre gewappnet. "Es hat sich eine Menge Positives ereignet", so der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow.

Frankfurt/Main - Zwei Jahre nach dem sportlichen Tiefpunkt bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, wo es für den DLV nur zwei Silbermedaillen gab, hat die danach eingeleitete Strukturreform gefruchtet. Platz zwei in der Nationenwertung bei der Europameisterschaft in Göteborg sowie 20 DLV-Athleten in der Weltrangliste unter den ersten Zehn (2005: Zwölf) sind "die erkennbaren Fortschritte".

Für die Zukunft von besonderer Wichtigkeit ist aber der Verjüngungsprozess in der deutschen Nationalmannschaft. "Nur noch 25 Prozent der Athleten, die bei der EM 2002 in München am Start waren, gehörten zum Team von Göteborg", berichtete Mallow. "Die Jüngeren sind dabei deutlich in der Überzahl." Aus der dynamischen Entwicklung sei der Schluss zu ziehen, "dass es auch 2007 weitere Fortschritte" gibt. "Vieles spricht dafür. Der Ausblick ist äußerst hoffnungsfroh", meinte er.

Genährt wird seine Zuversicht auch durch ein prima Klima zwischen Trainern, Athleten und Verband. "Da ist eine sehr intensive Zusammenarbeit entstanden", sagte Mallow. "Wir haben neugierige Trainer, die bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben. Das war nicht immer so."

"Ausgesprochen befruchtend"

Um neue Impulse zu bekommen, soll auch der Austausch mit Coaches und Experten aus dem Ausland verstärkt werden. So soll der frühere Weltklassesprinter Frankie Fredericks (Namibia) den deutschen Läufern und Trainern sein Fachwissen zur Verfügung stellen. Ein abschließendes Gespräch über ein zeitweises Engagement soll am 20. Dezember stattfinden. Auch der Heimtrainer des Weitsprung- Weltjahresbesten Irving Saladino (Panama), Nélio Moura, sowie russische und weißrussische Coaches sind für Fortbildungsmaßnahmen vorgesehen. "Dies ist ausgesprochen befruchtend", sagte DLV- Sportdirektor Frank Hensel.

Mit Blick auf die WM im August 2007 in Osaka, die Olympischen Spiele 2008 in Peking und die Welttitelkämpfe 2009 in Berlin sind jegliche Impulse willkommen und notwendig. Fast alle der im so genannten Top-Team-Peking-Kader konzentrierten und besonders geförderten 46 Sportler hätten den Nachweis ihrer internationalen Konkurrenzfähigkeit erbracht. "44 Athleten haben die Richtwerte, die einer Endkampfchance entsprechen, mindestens ein Mal erreicht", erklärte Hensel. Vor den Titelkämpfen werden die DLV-Asse zur klimatischen Anpassung ein Trainingslager in Shibetsu auf der Insel Hokkaido beziehen. Dies soll aller Voraussicht nach auch das Basiscamp vor den Peking-Spielen werden.

Im DLV gehen die Planungen aber schon über 2008 hinaus. Mit der Schaffung eines Junioren-Elite-Kaders 2010/2012 mit 31 Nachwuchskräften wurde bereits die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in knapp sechs Jahren in London eingeleitet. "Bis zur Heim-WM 2009 wollen alle weitermachen, da hört keiner auf", sagte Mallow.

Gemeint sind damit unter anderen die beiden Diskus-Stars Lars Riedel (39) und Franka Dietzsch (38). Noch einmal wissen will es der frühere Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek, der seit Jahren durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Auch der Olympia-Siebte über 200 Meter, Tobias Unger, ist nach langer Auszeit wieder fit. "Tobias ist im Training und wird in der Halle laufen", kündigte Mallow an. (Von Andreas Schirmer, dpa)

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