Sport : Japan-Cup: Sieg für Gentildonna

Ausnahmestute gewinnt Heimrennen in Tokio.

Ulrich Nickesen

Tokio - Zwar traten nur drei europäische Gäste in einem der höchstdotierten Galopprennen der Welt (umgerechnet 5,7 Millionen US-Dollar) auf der Rennbahn in Fuchu gegen die japanische Galopper-Elite an, doch die Stimmung und Wettleidenschaft der 97 000 Besucher wurde dadurch kaum beeinflusst. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der japanische Rennsport nach knapp drei Jahrzehnten eine Qualität erreicht hat, die höchsten internationalen Anforderungen gerecht wird.

Und diese Qualitäten stellten sie am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis, denn die Gäste hatten nicht den Hauch einer Chance gegen die 14 japanischen Konkurrenten, angeführt von der Vorjahressiegerin und Totofavoritin Gentildonna unter Jockey Ryan Moore aus England. Der erfahrene Jockey wurde dem Erwartungsdruck der Fans gerecht, positionierte die vierjährige Stute zunächst im Mittelfeld und überließ die Führungsarbeit dem Mitfavoriten Eishin Flash unter dem italienischen Jockey Mirco Demuro, bevor er auf den letzten 200 Metern zum Sieg lief. „Die Stute hatte dieses Jahr zwar noch kein Rennen gewonnen, war aber immer platziert, so dass ich mir schon einiges ausgerechnet hatte“, sagte Moore. „Ich war nur etwas besorgt, weil das Tempo doch etwas langsam war.“

Ein Untertreibung ohnegleichen, denn die 2400 Meter wurden in 2:26,1 Minuten zurückgelegt. Aber in Japan sind im Galoppsport extreme Dimensionen gefragt. Das fängt schon mit der Konstruktion der Rennbahn an, auf welcher der Führring leicht mit einer Rennbahn verwechselt werden kann und auf deren Tribünen 100 000 Besucher mühelos Platz finden. Da passt es ins Bild, dass allein im Japan-Cup 250 Millionen US-Dollar gewettet wurden und Gentildonnas Gesamtgewinn nun im zweistelligen Dollar-Millionenbereich liegt. Besitzer der Ausnahmestute ist die Familie Yoshida, die für den rasanten Aufschwung des japanischen Rennsports verantwortlich ist und die nicht zuletzt durch den Ankauf von Danedream und Novellist in der deutschen Szene für Aufregung sorgte. Ulrich Nickesen

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