Sport : Japan Gand-Prix: Schumacher-Tipp bringt wenig Geld

Karin Sturm

Jody Scheckter war der letzte Formel-1-Weltmeister für Ferrari. 1979, vor 21 Jahren ...Als der Südafrikaner den Titel gewann, konnte er zumindest soweit auf die Unterstützung seines Teamkollegen bauen, dass dieser ihn im entscheidenden Rennen nicht mehr angriff. Obwohl er hätte deutlich schneller sein können, fuhr der Kanadier Gilles Villeneuve in Monza 79 treu und brav hinter seiner Nummer eins, Jody Scheckter, hinterher. Trotzdem hat sich Scheckter nunmehr zum Thema "Teamarbeit" im WM-Finale zwischen Michael Schumacher und Mika Häkkinen zu Wort gemeldet: "Ich hoffe, dass es zu einem direkten Duell zwischen den beiden Titelkandidaten kommt und sich ihre Teamkollegen möglichst raushalten", fordert er. Natürlich wisse er, dass in heutigen Zeiten mit allen Mitteln um den Titel gekämpft werden müsse, "weil der Druck ungleich größer geworden ist, trotzdem wäre es einfach sportlicher, wenn er allein als Zweikampf zwischen Michael und Mika ausgetragen würde".

Häkkinens McLaren-Teamkollege David Coulthard war gerade nach dem Grand Prix in Indianapolis von Michael Schumacher kritisiert worden. "Nicht, weil er mich aufgehalten hat, dass ist legitim, das haben wir bei Ferrari auch schon gemacht", gab Schumacher zu, "aber weil ich das Gefühl hatte, dass er es ein bisschen darauf angelegt hat, mich bei meinem Überholmanöver von der Strecke zu schieben." Worauf der Schotte ziemlich giftig reagierte: "Wenn ich ihn hätte rausschieben wollen, dann wäre er auch neben der Strecke gelandet. Die Möglichkeit dazu hätte ich gehabt. Aber ich habe so etwas nicht getan und werde es auch in der Zukunft nicht tun. Erstens, weil es nicht sportlich ist und nicht den Regeln entspricht - und zweitens, weil es nicht meine Art ist."

Dass Schumacher diesmal seinen dritten Titel holen wird, davon ist sein "Ferrari-Vorgänger" Scheckter absolut überzeugt: "Ich glaube, ich werde meinen Ruf als der letzte Ferrari-Champion verlieren. Das ist schade, denn er hat mir immer dabei geholfen, Frauen zu beeindrucken. Aber Michael hat es verdient. Er und Ferrari haben sehr hart dafür gearbeitet." Bei den englischen Buchmachern ist Schumacher in allen Belangen klarer Favorit. Bei einem Sieg in Suzuka lautet seine Quote 11:10 gegenüber 6:4 für Häkkinen. Ferrari-Rennleiter Jean Todt versucht derweil, sich nicht zu sehr von der allgemein in Italien herrschenden Euphorie anstecken zu lassen: "Ich träume zwar auch von einem großen Fest in Japan, aber wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. Der Weg zum Titel ist für uns zwar nicht mehr so weit, aber immer noch sehr schwer."

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