Sport : Jara kommt, Lautern gewinnt

Mit dem neuen Trainer besiegen die Pfälzer den schwachen 1. FC Köln verdient mit 1:0

Oliver Trust

Kaiserslautern. In den letzten Minuten schien Kurt Jara zu verzweifeln. Er brüllte, warf die Arme in die Luft, rannte immer wieder zur Seitenlinie. Die Angst trieb den Österreicher immer wieder ganz nah zu seinen Spielern. Jetzt durfte nichts mehr schief gehen, sonst wäre es vorbei gewesen mit dem gelungenen Einstand als neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern und vielleicht auch mit den Hoffnungen, den Klassenerhalt noch zu schaffen. „Ich weiß, wie das ist. Du führst 1:0, und ein abgefälschter Schuss geht doch noch rein“, sagte Jara. Als Schiedsrichter Albrecht das Spiel abpfiff, ballte Jara die Hand zur Faust und lächelte erleichtert.

Diese eine schöne Aktion von Vratislav Lokvenc in der 23. Minute und sein nervenstarker Schuss ins lange Ecke hatten gereicht, um eine schwache Kölner Mannschaft zu schlagen und wieder auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern. Doch im Akkord seufzten und stöhnten anschließend die Lauterer, die von den eigenen Anhängern auf einem großen Plakat noch als „faule, charakterlose Kicker“ beschrieben worden waren. Vier Tage war der Rauswurf von Erik Gerets alt, vier Tage lang hatte der neue Trainer versucht, den Spielern Selbstvertrauen zu vermitteln. „Das war körperlich und mental sehr schwer für uns. Aber die Mannschaft hatte nach dem Trainerwechsel eine Bringschuld“, sagte Lauterns Kapitän Alexander Knavs.

„Wir hatten am Schluss alle ein bisschen Angst“, berichtete Torschütze Lokvenc. Später war er nur noch erleichtert. „Ich durfte wieder richtig in der Spitze spielen, bei Gerets musste ich auch ins Mittelfeld.“ Und selbst René C. Jäggi, der Vorstandsvorsitzende, zeigte sich wieder in der Öffentlichkeit. In den letzten Wochen nach den Niederlagen war er oft verschwunden. „Es war eine gewisse Erleichterung zu spüren, die Spieler haben wieder gelacht und gescherzt“, sagte Jäggi. Auch von Jara fiel eine Last ab. „Ich kann der liebe Onkel Kurt sein, wenn aber die Spieler nicht folgen, bin ich nur noch der harte Kurt“, sagte er dem österreichischen Fernsehen. „Ich habe nach meiner guten Arbeit beim HSV ein gutes Image in der Bundesliga, deshalb fühle ich mich großartig hier.“

Ob es aber schon die große Wende in Kaiserslautern war, wollte noch niemand sagen. Der FCK muss nun beim Tabellenführer Bremen antreten, bevor der VfB Stuttgart zum Betzenberg kommt. Die Arbeit für Kurt Jara fängt jetzt erst an.

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