Sport : Jean Löring an Krebs gestorben

Andreas Morbach

Köln - Johannes Böhne, einen der engsten Vertrauten von Jean Löring, erreichte die Nachricht vom Tod des früheren Präsidenten des SC Fortuna Köln in Garmisch-Partenkirchen. Am Nachmittag war Böhne dann schon auf dem Rückweg nach Köln, wo Löring am Sonntagmorgen um sieben Uhr im Hospiz des Mildred-Scheel-Hauses an Krebs gestorben war. 70 Jahre alt wurde der Mann, der dem kleinen Kölner Fußballklub 33 Jahre lang als Präsident und Geldgeber vorgestanden und ihn am Leben erhalten hatte. Kenner vermuteten, dass sich der ehemalige Unternehmer mit Schwerpunkt Immobilien sein Hobby („Ich bin ein Fußball-Bekloppter“) mindestens 30 bis 40 Millionen Mark kosten ließ.

Zu großer Berühmtheit in seiner Geburtsstadt Köln gelangte der „Schäng“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, durch ein Foto, auf dem der gelernte Elektriker angeblich gerade das ausgefallene Flutlicht im Südstadion eigenhändig repariert. Und zu einem gewissen Weltruhm kam er durch die Entlassung des zweimaligen Vizeweltmeisters Toni Schumacher – in der Halbzeitpause eines Punktspiels. Die Aktion war so skurril wie Löring selbst, tragisch waren dagegen seine letzten Jahre: Im Dezember 2000 machte seine Firma Pleite, bei Löring wurde zwangsvollstreckt, am Ende hatte er nur noch Dauerwohnrecht in einem seiner ehemaligen Häuser am Südstadion. In den vergangenen sechs Wochen verschlechterte sich Jean Lörings Gesundheitszustand sehr schnell. Er hatte Darmkrebs, der sich auf andere Organe übertrug. Allein war Jean Löring in seinen letzten Stunden nicht: Frau, Tochter, Schwester und Enkelin wechselten sich mit Besuchen und Übernachtungen ab.

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