Sport : Jean-Marie Pfaff kündigt

BFC Dynamo verliert ein prominentes Mitglied

Karsten Doneck

Berlin - Der Brief begann überaus höflich. „Lieber Mario Weinkauf!“, stand da. Doch die folgenden Zeilen lösten beim Adressaten wohl wenig Begeisterung aus, erfuhr der Präsident des Fußball-Oberligisten BFC Dynamo doch, dass Jean-Marie Pfaff seine Mitgliedschaft kündigt und darum bittet, „meinen Namen für Aktivitäten des Vereins nicht mehr zu nutzen“. Da ging wohl auseinander, was ohnehin nicht zusammen passte.

Pfaff, in den Achtzigerjahren Torwart beim FC Bayern München und mit dem Verein drei Mal Deutscher Meister, hatte sich im Juli 2005 zur Hilfe für den BFC Dynamo entschlossen. Sein berühmter Name sollte als Türöffner dienen bei der Sponsorensuche, zudem sollte der Aufbau eines Jugendleistungszentrum mit Pfaffs Namen forciert werden.

Jetzt, gut zwölf Monate später, kam Pfaffs Kündigung, überbracht am vergangenen Freitag vom ehemaligen Jugendleiter Maik Goldschmidt. „Wir bedauern das, aber wir haben uns auch mehr unter der Zusammenarbeit vorgestellt“, sagte Dynamos Vizepräsident Andreas Dielert. Pfaff selbst begründete den Rückzug in seinem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt, etwas nebulös mit „starken Unterschieden zwischen den seinerzeit gemachten Perspektivaussagen und der heute möglichen Realität“.

Dynamo weist im aktuellen Etat eine Deckungslücke in Höhe eines fünfstelligen Betrages auf. Zudem wird im Vorstand um Posten und Pöstchen gerungen. Peter Meyer, Geschäftsführer des Trikotsponsors, ist als Präsidenten-Nachfolger für Weinkauf im Gespräch. Kritik gibt es auch an Schatzmeister Sven Radicke.

Der Jugendarbeit soll Pfaffs Entschluss indes nicht schaden. „Jetzt geben wir richtig Gas“, sagt Dielert.

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