Jede Menge Spiele : Und wieder 48 Stunden: Alba will Doppelbelastung trotzen

Heute spielen die Berliner Basketballer beim polnischen Klub Gdynia bei Danzig, am Samstag müssen sie schon in Ludwigsburg antreten. Als Ausrede wollen die Alba-Verantwortlichen den Terminstress aber nicht gelten lassen.

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Knapp zwei Tage Pause waren nicht genug. Am Samstag unterlagen Alba Berlins Basketballer Vizemeister Ulm, keine 48 Stunden nachdem sie Chalon in der Euroleague niedergerungen hatten. In dieser Woche werden die Berliner noch stärker belastet: Nach dem heutigen dritten Euroleague-Gruppenspiel beim polnischen Klub Gdynia nahe Danzig reisen die Berliner direkt weiter nach Ludwigsburg, wo sie am Samstag antreten. In der kommenden Woche geht es mit Auswärtsspielen in Malaga und Trier weiter. „Müdigkeit darf keine Entschuldigung sein“, sagt Trainer Sasa Obradovic. Und Sportdirektor Mithat Demirel fügt hinzu: „Wenn wir das als Ausrede parat haben, werden wir dieses Jahr nicht weit kommen.“

Die Berliner sollten sich schnellstmöglich an den hektischen Spielplan gewöhnen und ihren Rhythmus finden. Gegen Ulm dominierte Alba zunächst das Spiel und setzte sich auf 15 Punkte ab, verlor im Schlussviertel aber Konzentration und Energie. „Wir haben aufgehört zu spielen“, sagt Obradovic. „Aber auch wenn man müde und mental erschöpft ist, muss man einen Weg finden. Man muss präziser und geduldiger spielen.“ Der Serbe hat seiner Mannschaft ihre Fehler in der Vorbereitung auf den Polnischen Meister noch einmal per Video vorgeführt. Power Forward Deon Thompson hat dabei „viele kleine mentale Fehler gemacht, die uns das Spiel gekostet haben“.

Für Thompson und seine Mitspieler ist der enge Terminkalender anstrengend, aber alltäglich. „Reisen, Auswärtsspiele, wenig Training, kurze Pausen – das gehört einfach dazu“, sagt der US-Amerikaner, der mit im Schnitt 17 Punkten und 6,5 Rebounds einer der stärksten Berliner in den ersten beiden Euroleague-Spielen war. „Man muss einfach auf sich acht geben, sich ausruhen, viel trinken. Und nach dem Training sofort aufs Zimmer gehen, die Füße hochlegen.“

Für viel mehr bleibt vor den Bundesligaspielen am Wochenende ohnehin kaum Zeit. „Man kann nicht mehr wirklich trainieren, höchstens kurz die Spielsysteme des Gegners durchgehen, damit man keine Überraschungen erlebt“, sagt Obradovic. „Wir fahren praktisch ohne Vorbereitung nach Ludwigsburg.“ Das bleibt eventuell nicht ohne Folge, wie das Beispiel Ulm gezeigt hat. „Nach großen Spielen in der Euroleague werden wir in der Bundesliga verwundbar sein“, gibt Obradovic zu, „egal wo wir spielen.“ Gegen die Ulmer kam erschwerend hinzu, dass Yassin Idbihi angeschlagen ausfiel. Mittlerweile ist der Center zurück im Training und reiste gestern mit nach Polen. „Dem Knie geht es viel besser“, sagt Idbihi. Ob er eingesetzt werden kann, wird sich aber erst heute vor Spielbeginn entscheiden. „Es kann nichts kaputtgehen, aber es ist halt schmerzhaft“, sagt der Center über seine Innenbanddehnung im linken Knie.

Gegen Chalon war ein Franzose seitlich auf Idbihis durchgedrücktes Knie gefallen. „Ich hatte echt Schiss, ich habe riesiges Glück gehabt“, sagt der 29-Jährige. Besonders in der Bundesliga, wo sechs deutsche Spieler im Kader stehen müssen, ist Idbihi unersetzlich. Nachwuchsprofis wie Sebastian Fülle können Obradovic nur bedingt helfen – zumal der 20-Jährige beim Taktiktraining am Dienstag wegen schulischer Verpflichtungen fehlte. „Jeder wird seine Chance während der Saison bekommen“, sagt Obradovic trotzdem. Irgendwo zwischen Gdynia, Ludwigsburg und Malaga.

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