Sport : Jeder auf seinen Platz

Gegen den VfL Wolfsburg löst Christian Fiedler wieder Gerhard Tremmel im Hertha-Tor ab

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Berlin Im Training hechtet er den Bällen schon länger wieder hinterher. Doch Christian Fiedler war vor zwei Wochen noch nicht ganz so weit, nach seinem Kapsel- und Bänderriss in der Saisonvorbereitung musste er im Fußball-Bundesligaspiel beim FC Bayern noch aussetzen. „Jetzt bin ich völlig schmerzfrei“, sagt der 30 Jahre alte Torwart von Hertha BSC. Allerdings trainiert er immer noch mit einer Thermo-Bandage am Ellenbogen. „Ob ich die auch im Spiel tragen werde, entscheide ich erst kurz vorher“, sagt Fiedler, der schon vor einer Woche im Testspiel gegen den Oberligisten Ludwigsfelder FC wieder 90 Minuten lang im Tor stand.

Vier Pflichtspiele hat Fiedler wegen seiner Verletzung verpasst, in dieser Zeit vertrat ihn Gerhard Tremmel. Die Nummer zwei zeigte in den drei Bundesligaspielen und im DFB-Pokal solide Leistungen, ohne glänzen zu können. Auf die Frage, ob er über seine Rückversetzung enttäuscht sei, antwortete Tremmel gestern: „Frag ihn doch!“. Dabei zeigte er hinter sich, aber da stand nur Kotrainer Andreas Thom.

„Natürlich ist Gerry darüber enttäuscht, dass er wieder auf die Bank muss“, sagt Fiedler. „Ich kenne seine Situation sehr gut, weil ich früher für Gabor Kiraly nach dessen Verletzungen wieder Platz machen musste.“ Fiedler spielt seit fünfzehn Jahren für die Berliner, seit eineinhalb Jahren hat er einen Stammplatz in der Bundesliga. Wegen seiner überzeugenden Leistungen in dieser Zeit hat er laut Trainer Falko Götz einen Bonus als Nummer eins.

Auch an Fiedlers Person und seinen Leistungen wird festgemacht, dass die Mannschaft in der Rückrunde der vorvergangenen Saison den drohenden Abstieg noch vermied und im Jahr darauf wieder einen Uefa-Cup-Platz erreichte. In diese Saison ist die Mannschaft mit vier Punkten aus den ersten drei Bundesligaspielen durchwachsen gestartet. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil es personell kaum verändert wurde, weiß das Team noch nicht, wo es in der Liga steht.

Am Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (17.30 Uhr, Olympiastadion) geht es deshalb auch darum, der Saison eine Richtung zu geben. Mit einem, dessen Position auch während seiner Verletzung zu keiner Zeit in Frage gestanden hat. „Jetzt geht die Saison erst los“, sagt Christian Fiedler. „Das ist der erste Spieltag.“ klapp/ist

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