Jeff Friesen : Berlin, ich hab dich gern

Jeff Friesen entdeckt seine Liebe zu den Eisbären und bleibt bis Saisonende. Am Sonntag beim Spiel gegen Iserlohn führt er sein Team als Topscorer an.

Claus Vetter
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Ich bleibe Berliner. Jeff Friesen stürmt weiter für die Eisbären. -Foto: AFP/Getty Images

Berlin - Der Mann ist angekommen bei den Eisbären. Nachdem der Sieg des deutschen Eishockeymeisters über den EHC Straubing perfekt war, nahm Jeff Friesen seine beiden Kinder mit auf die Ehrenrunde. Papa ließ sich ausgiebig vor der Fankurve feiern, als zweimaliger Torschütze beim 3:1-Erfolg und als jemand, der nun bis zum Saisonende für die Eisbären stürmen wird. Die Option, seinen zu Weihnachten auslaufenden Vertrag zu verlängern, hat Friesen genutzt.

Für Trainer Don Jackson war es keine Überraschung, dass sein kräftiger Angreifer bleiben würde. „Daran habe ich nie gezweifelt.“ Für den Betroffenen dagegen war die Angelegenheit komplizierter. Seit Saisonbeginn hatte der Kanadier immer die Rückkehr in die National Hockey-League (NHL) im Kopf gehabt. Bis 2007 hat er dort 977 Spiele bestritten, es war für ihn klar, dass er nach krankheitsbedingter, fast zweijähriger Inaktivität in die NHL zurückkehren würde. Doch der Traum vom Comeback ist erst einmal geplatzt. Weil kein NHL-Klub ernsthaft um ihn gebuhlt habe, falle es ihm nicht schwer, „erst einmal hier zu bleiben, denn bei den Eisbären stimmt einfach alles“.

Als Schwergewicht aus der NHL – und das ist der 33-Jährige mit seiner Biografie – hätte er die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) noch heftiger aufmischen können. „Offensichtlich ist die DEL ein paar Nummern kleiner als die NHL“, sagt er. „Aber es gibt eben auch hier viele gute Spieler. Es reicht nicht, dass ich hier sage: ,Hey, ich war in der NHL ein Großer.‘“

Anfangs tat sich Friesen schwerer als erwartet, mit seinen Toren gegen Straubing ist er nun teaminterner Topscorer. Es zeigt sich, dass den Berlinern einmal mehr ein personeller Glücksgriff gelungen ist. Nicht nur für die verbleibenden Punktspiele wie heute gegen Iserlohn (14.30 Uhr), sondern auch für die Play-offs. „Da wird Jeff richtig aufdrehen“, sagt Trainer Don Jackson. Claus Vetter

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