Sport : Jegor Titow: Dank an Bayers Mediziner

Die heilenden Hände von Bayer-Arzt Thomas Pfeifer und ein eingeklemmter Nerv von Ulf Kirsten haben Vizemeister Bayer Leverkusen den Auftakt in der Champions League verdorben. "Die können sich schön bei uns bedanken, erst machen wir ihren Spieler fit und dann verhelfen wir ihnen noch auf dem Platz zum Sieg", meinte Manager Reiner Calmund nach dem 0:2 (0:0) beim russischen Meister Spartak Moskau am ersten Spieltag in der europäischen Königklasse. Ausgerechnet Jegor Titow, der vor drei Wochen vom Leverkusener Mediziner am Meniskus operiert wurde, brachte die Gastgeber mit seinem Führungstreffer auf die Siegerstraße und schmälerte gleich zu Beginn die Bayer-Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde.

"Jetzt stehen wir schon unter Druck und müssen das nächste Heimspiel gegen Sporting Lissabon unbedingt gewinnen", forderte Trainer Christoph Daum. Nach der Rückkehr aus der russischen Metropole am frühen Mittwochmorgen auf dem Köln-Bonner Flughafen war der Frust über eine vermeidbare Niederlage in eine Art Trotzreaktion umgeschlagen. "Gut, dass wir schon am Samstag gegen Rostock wieder spielen. Wir müssen jetzt auf diesem Niveau weiter machen", meinte Mittelfeldspieler Michael Ballack, der eine überzeugende Vorstellung zeigte und selbst Chancen auf zwei Treffer vergab. Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff nach dem kurzfristigen Ausfall des am Rücken verletzten Torjägers Kirsten brachte die Gäste, die sich im kämpferischen Bereich erheblich steigern konnten, im Lushniki-Stadion um einen möglichen Punktgewinn.

"Wir können mit dieser neu formierten Mannschaft das Fehlen von Emerson und Stefan Beinlich nicht von heute auf morgen kompensieren", erklärte Daum und fügte hinzu: "Wenn wir auf junge Profis wie Jurica Vranjes und Pascal Ojigwe setzen, die beide sicherlich große Spieler werden, müssen wir damit leben, dass kleine Fehler international sofort bestraft werden. Daran müssen sich die Spieler auch gewöhnen". Calmund betonte, dass die Botschaft der Bayer-Bosse beim Team immerhin angekommen sei. Nach dem leidenschaftslosen Auftritt in der Liga forderte die Vereinsführung professionelleres Verhalten von den Spielern. "Das war 100-prozentig vorhanden. In Moskau hat das Team eine ganz andere Sportart betrieben als zuletzt. Die Mannschaft hat ordentlich gespielt und hätte einen Punkt verdient gehabt", sagte Calmund.

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