Sport : Jelena Isinbajewa und die Routine mit den Rekorden

Friedhard Teuffel

Helsinki - Sergej Bubka war beeindruckt. Und zwar richtig. Der ehemalige Stabhochspringer aus der Ukraine war begeistert vom finalen Auftritt der Russin Jelena Isinbajewa am Freitag in Helsinki. Sie hat etwas von einem Genie“, sagte der Ukrainer. „Und sie hat eine bessere Technik als viele Männer in dieser Disziplin.“ Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki lief es wieder einmal so wie so oft zuletzt wenn die Russin bei einem internationalen Wettbewerb antrat. Die 23 Jahre alte Russin stand als Siegerin fest, nachdem sie 4,70 Meter übersprungen hatte. Dann ließ sie eine neue Höhe auflegen, 5,01 Meter und verbesserte zum 18. Mal den Weltrekord, im zweiten Versuch.

Drei Wochen nach ihrem spektakulären ersten 5,00-Meter-Sprung in London hatte Isinbajewa ihren Rekord bereits zum 18. Mal verbessert. Sie rückte damit ihrem Ziel, die 35 Bestmarken ihres Idols und Freundes Bubka zu übertrumpfen, wieder ein Stück näher. Isinbajewa hat sich an die Rekorde inzwischen gewöhnt, so wirkt es. Sie ist so geübt darin, sich selbst zu übertreffen, dass sie danach noch ein bisschen mit dem Publikum flirtet. Im Olympiastadion von Helsinki warf sie eine Kusshand nach der anderen Richtung Tribüne, stellte sich in neckischen Posen vor die Zuschauer und hüllte sich in die russische Fahne wie in ein Tuch aus teuerster Seide. Der Sieg in Helsinki hatte für sie auch eine besondere Bedeutung. Es war ihr erster Weltmeistertitel.

„Hier Weltmeister zu werden, war kein Traum von mir, aber ein Ziel“, sagte sie. Wahrscheinlich wird sie in dieser Saison den Weltrekord noch einmal verbessern. Denn beim Sprung über die 5,01 Meter war zwischen Athletin und Sprunglatte noch viel Platz.

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