Sport : Jenkins trifft in letzter Sekunde

Alba Berlin darf trotz einer 73:78-Niederlage in Vrsac weiter auf die Europaliga hoffen

Vrsac - Albas Traum von der Europaliga schien beendet. Mit zehn Punkten lagen die Berliner Basketballer beim serbischen Vizemeister Hemofarm Vrsac in der Schlussminute zurück, der Sechs-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel war verspielt. Zudem konnten Derrick Allen, Tadija Dragicevic und Yassin Idbihi mit fünf Fouls nur noch zuschauen, Nachwuchscenter Andreas Seiferth stand notgedrungen die ersten Europapokal-Minuten seiner Karriere auf dem Parkett. Doch die Berliner ließen sich nicht entmutigen. Marko Marinovic verkürzte auf 70:78, sein potenziell rettender Dreipunktewurf wurde anschließend aber ins Aus geblockt. 3,5 Sekunden vor Schluss hatte Alba die letzte Chance, den Vergleich aus Hin- und Rückspiel doch noch für sich zu entscheiden – und Julius Jenkins traf eine fast mit der Schlusssirene per Dreier zum 73:78 (40:37)-Endstand. Alba hatte verloren, dank Jenkins aber die dritte und entscheidende Qualifikationsrunde erreicht.

„Die Mannschaft hat nie aufgegeben, das war eine grandiose kämpferische Leistung“, sagte der Berliner Team-Manager Mithat Demirel. „Jetzt müssen wir uns schnell regenerieren, die Spieler pfeifen aus dem letzten Loch.“ Nach Chorale Roanne und Vrsac muss Alba jetzt noch Spirou Charleroi bezwingen, um die Hauptrunde der höchsten europäischen Spielklasse zu erreichen. Der Belgische Meister setzte sich gestern überraschend gegen das russische Team Rubin Kasan durch. Das Hinspiel findet am Dienstag in Charleroi statt, das Rückspiel am Sonntag darauf in der Arena am Ostbahnhof.

Bis zur Halbzeitpause hatten die Berliner das Spiel am Freitagabend weitgehend kontrolliert, ehe es ihnen nach und nach entglitt. Die langen Alba-Spieler hatten mit immer größeren Foulproblemen zu kämpfen, sodass sich Vrsacs Jerome Jordan richtig unter den Körben austoben konnte. Dunking um Dunking gelang dem jamaikanischen Center, der alle seine 16 Punkte im dritten Spielabschnitt erzielte. „Wir hatten Probleme im Rebound, kamen oft einen Schritt zu spät und haben einige dumme Fouls gemacht“, sagte Demirel.

Dafür mussten die Berliner in den letzten zehn Minuten bezahlen, als Idbihi, Allen und Dragicevic einer nach dem anderen das Spiel verlassen mussten. Albas Trainer Luka Pavicevic blieb in der hitzigen Schlussphase nichts anderes übrig, als Seiferth aufs Feld zu schicken – dabei verfügt der 21-Jährige gerade mal über die Erfahrung von fünfeinhalb Minuten in der Bundesliga und kommt hauptsächlich in Albas zweiter Mannschaft zum Einsatz.

Milan Macvan tat den Berlinern in der Schlussminute den Gefallen, zwei Freiwürfe zu vergeben. Patrick Femerling und Marinovic scheiterten zunächst bei ihren Versuchen, Alba zu retten. Jenkins machte es mit seinem umjubelten Schlusspunkt besser. Tsp

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