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Deutsche Handballer siegen bei der EM 41:32 gegen Polen

Klaus Rocca

Koper. Am zweiten Tag seines neuen Lebensjahres konnte sich Markus Baur endlich freuen. Der Handball-Nationalspieler bot am Freitagabend das, was er sich schon für den ersten Tag vorgenommen hatte: eine gute Leistung als Lenker des deutschen Spiels und einen Beitrag zum ersten Sieg des Teams bei der Europameisterschaft in Slowenien. Im zweiten Vorrundenspiel gegen Polen gelang ihm das. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand gewann souverän mit 41:32 (21:13), und Baur warf zwölf Tore. Er war der erfolgreichste deutsche Spieler. Am Tag zuvor, bei der Auftaktniederlage gegen Serbien und Montenegro, hatte Baur noch enttäuscht. An seinem 33. Geburtstag.

Die deutsche Nationalmannschaft ist nach dem Sieg für die Hauptrunde qualifiziert. Eine Hundertschaft deutscher Fans feierte diesen Umstand mit Trommelwirbel und einem Transparent, auf dem stand: „Deutschland ist Handballland.“ Die Sympathien der 3000 Zuschauer erwarben sich aber die deutschen Spieler, die im Gegensatz zum Auftaktspiel von Anfang an engagiert auftraten. Vor allem Daniel Stephan glänzte mit sehenswerten Toren und guter Spielübersicht. Unter seiner Führung warfen die eingesetzten Spieler des Meisters TBV Lemgo in den ersten 27 Spielminuten alle deutschen Tore. Erst danach konnte sich der eigentlich als Ersatzmann vorgesehene, aber inzwischen immer besser aufspielende Torsten Jansen aus Hamburg auszeichnen (siehe auch Artikel rechts). Die gute Mannschaftsleistung rundete Torwart Henning Fritz mit vielen Paraden ab. Allein in der ersten Halbzeit hielt er zehn Würfe auf sein Tor, darunter einen Siebenmeter.

Die Polen, die sich offenbar bei ihrem guten Auftritt bei der 25:29-Niederlage gegen Frankreich verausgabt hatten, fanden dagegen nie ins Spiel. In der zweiten Hälfte mussten sie mehrmals sogar einem Elf-Tore-Rückstand hinterherrennen. Symptomatisch war, dass Trainer Bogdan Zajaczkowski nacheinander alle drei Torhüter spielen ließ.

Der deutsche Coach Heiner Brand kannte solche Probleme gestern nicht. In der Schlussphase konnte er Spieler wie Florian Kehrmann, der auf der rechten Seite wieder überzeugte, für das letzte Vorrundenspiel gegen Frankreich am Sonntag (18.30 Uhr, live im DSF) schonen. Für die Partie gegen den WM-Dritten will sich Brand auch wieder einen Leitspruch ausdenken, den er seinen Spielern im Quartier an die Wand hängt. Am Freitagabend lautete das Motto: „Begeisterung ist die Mutter alles Guten.“ Die deutschen Handballer haben es beherzigt. Allen voran Markus Baur.

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