Sport : "Jetzt kommt alles von alleine"

Herr Lapaczinski[Sie gehören zu der Generati]

Denis Lapaczinski (20) kam zum Saisonbeginn aus Reutlingen zu Hertha. Noch kämpft er mit der Umstellung auf die Erste Liga.

Herr Lapaczinski, Sie gehören zu der Generation, von der Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß sagt, sie werde für Deutschland in vier Jahren die Weltmeisterschaft gewinnen. Sind Sie bei der WM 2006 dabei?

Das ist jedenfalls mein Ziel.

In dieser Saison haben Sie für Hertha BSC ganze sechs Bundesligaspiele gemacht.

Zum Thema Fotostrecke I: Bilder der Saison 01/02
Fotostrecke II: Hertha Backstage ...und dabei bin ich auch meist erst eingewechselt worden. Beim 0:0 gegen Schalke habe ich zum ersten Mal von Anfang an gespielt. Ich habe nicht gedacht, dass es so schwer ist, in die Mannschaft zu kommen. Aber schon nach den ersten Trainingseinheiten habe ich gemerkt, dass mir ein bisschen fehlt. Die Saison mit Reutlingen in der Zweiten Liga war schwer, danach bin ich gleich zur Junioren-WM nach Argentinien gefahren. Ich hatte keinen Urlaub und deswegen einen kleinen Durchhänger.

Zu Saisonbeginn mussten Sie drei Klassen tiefer spielen - bei Herthas Amateuren in der Oberliga.

Ich bin noch jung und brauche jede Minute Spielpraxis. Bei den Profis ging das am Anfang nicht, also habe ich bei den Amateuren gespielt. Ich muss im Spielfluss bleiben, von Woche zu Woche ein Spiel machen, damit der Abstand zu den anderen Spielern nicht zu groß wird.

Ihr Kollege Roberto Pinto hat es abgelehnt, in der Oberliga zu spielen.

Ich habe damit kein Problem und habe wohl auch davon profitiert. Körperlich habe ich ein bisschen zugelegt, und spielerisch habe ich mich auch weiterentwickelt. Vielleicht sieht man das nicht von außen, aber ich kann es selber bei mir feststellen. Weil ich auch aggressiver geworden bin. Früher in Reutlingen habe ich ein bisschen mehr mit dem Auge gemacht, und hier muss ich mich erst mal beweisen. Ich denke mal, dass ich jetzt auf dem Stand der anderen Mitspieler bin.

Und damit auf dem Weg zum Stammplatz bei einem Spitzenklub?

Ich glaube an eine Chance, sonst wäre ich auch nicht nach Berlin gewechselt. Ich hatte noch Angebote von Stuttgart, Köln, Hamburg und auch noch von Dortmund.

Wären Sie nach Stuttgart gegangen, hätten Sie bestimmt immer gespielt.

Stuttgart ist erst am letzten Tag an mich herangetreten, als Rüssmann Manager wurde. Als erste Amtshandlung hat er abends bei mir angerufen. Aber da war es schon zu spät. Stuttgart wäre eine Alternative gewesen. Wenn ich jetzt sehe, wer da alles spielt.

Ist es nicht besser, in einem mittelklassigen Verein fest zu spielen als bei einem Spitzenklub auf der Bank zu sitzen?

Nein, ich habe diesen Schritt gewählt, weil ich mich hier durchsetzen will. Wenn ich es bei einem Spitzenklub geschafft habe, kann ich sagen, okay, ich habe es gepackt. Dann hat man wirklich die Bestätigung für die eigene Leistung - und auch für die anderen, die gesagt haben, dass ich mal ein Großer werden kann. Wenn ich das dann geschafft habe, denke ich, ja, die haben doch Recht gehabt.

Wie viel Zeit geben Sie sich noch?

Ich denke mal, jetzt kommt alles von alleine, ich habe jetzt den Anschluss geschafft, ich weiß, worauf es ankommt. Auf das Zweikampfverhalten im Training zum Beispiel, da muss man sich durchbeißen. In Reutlingen musste ich das nicht, da habe ich auch mal zurückgezogen. Hier muss man richtig aggressiv sein.

Sie sind von den jungen Spielern derjenige, der bisher am meisten gespielt hat.

Ich habe meine Chance bekommen, und ich habe sie genutzt. Ich habe wenigstens gezeigt, dass der Trainer auf mich setzen kann, wenn er mich bringt.

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