Sport : Jetzt kommt auch noch Owetschkin Die Russen zaubern bei der Eishockey-WM

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Mein Freund, der Puck. Jewgeni Malkin (l.) ist bisher Topscorer bei der WM. Foto: dpa
Mein Freund, der Puck. Jewgeni Malkin (l.) ist bisher Topscorer bei der WM. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Da ist er also. Und mit ihm die Hoffnung auf den Titel. Vor dem Viertelfinale bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland freuen sich die russischen Fans über die Ankunft von Alexander Owetschkin. Der Stürmer, der in der nordamerikanischen Profiliga NHL bei den Washington Capitals spielt, wird Russlands Team für die entscheidenden K.o.-Spiele verstärken. „Es gibt viele gute Mannschaften hier, da kann man nicht sagen, dass wir Gold holen. Aber wir sind für Siege hier“, sagte Owetschkin, der gemeinsam mit seinem Klubkollege Alexander Semin zum Team stieß. Am Dienstag standen die beiden erstmalig beim Training auf dem Eis, anderthalb Stunden ging die Einheit.

Die Nachnominierung von Owetschkin und Semin wurde möglich, weil beide mit ihrem Klub am Sonnabend in den NHL-Play-offs an den New York Rangers gescheitert waren. „Ich wollte eigentlich weiter um den Stanley Cup spielen, jetzt bin ich aber froh, mein Land bei der WM repräsentieren zu können“, sagte Owetschkin.

In anderen Sportarten, etwa beim Fußball, sind Nachnominierungen während des laufenden Turniers komplizierter, beim Eishockey ist es den Mannschaften schon im Vorfeld möglich, Plätze im Kader freizulassen. Die können dann im Verlauf aufgefüllt werden – etwa mit Spielern aus der NHL. Dort laufen zeitgleich zur WM die Playoffs.

Owetschkin zählt zu den besten Angreifern seiner Sportart, auch wenn der seit zwei Jahren nicht mehr so stark spielt wie noch zum Beginn seiner Karriere. Die Qualität der russischen Mannschaft wird durch ihn und Semin trotzdem weiter verbessert. Dabei ist das auf den ersten Blick gar nicht mehr nötig. Russland ist als einzige Mannschaft bei der WM ungeschlagen – sieben Spiele, sieben Siege lautet die Bilanz nach der Vorrunde. Das liegt unter anderem an Jewgeni Malkin. Wie Owetschkin und Semin spielt auch er in der NHL, bei den Pittsburgh Penguins. Seine überragende Saison dort, die er als punktbester Spieler beendete, setzt Malkin nun bei der WM fort. Mit vierzehn Scorer-Punkten (sieben Tore, sieben Vorlagen) ist er der führende bei der WM. Sollte Russland tatsächlich Weltmeister werden, könnte sich Malkin auch die Auszeichnung als wertvollster Spieler sichern. Im Viertelfinale soll der gemeinsam mit Owetschkin und Pawel Datsyuk, einem weiteren NHL-Star von den Detroit Red Wings, eine Angriffsreihe bilden.

Die deutschen NHL-Spieler wie Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg hatten beinahe alle geschlossen Bundestrainer Jakob Kölliker abgesagt. Lediglich Stürmer Marcel Goc von den Florida Panthers war nach Schweden gereist. Er allein aber konnte das Scheitern in der Vorrunde nicht verhindern. Sebastian Stier

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