Sport : Jetzt mal im Ernst

Friedhard Teuffel

über den Vergnügungswart Mario Basler Lange Zeit war Mario Basler so etwas wie der Vergnügungswart des deutschen Fußballs. Wenn er spielte, wurde es lustig, weil er eine komische Art zu rennen hat mit seinem herausgestreckten Hintern. Und wenn er nicht spielte, dann trieb er Schabernack an der Seitenlinie, oder sagte nach dem Spiel Sätze wie: „Ich laufe in einer Stunde soviel wie andere Arbeitnehmer in acht.“ Oder: „Jede Seite hat zwei Medaillen.“ Um ein Haar wäre Basler sogar ein großer Held des Fußballs geworden. Er schoss immerhin das Führungstor für den FC Bayern München im Champions-League-Finale gegen Manchester United. Wenn das Spiel nicht so lange gedauert hätte, wäre er heute vielleicht Sportminister im bayerischen Kabinett.

So blieb Basler vor allem ein Spaßmacher. Als er ankündigte, als Trainer arbeiten zu wollen, schien das auch erst ein Scherz zu sein. Denn Basler ist eigentlich einer, für den der Ernst des Lebens niemals beginnen sollte. Auf einmal saß er dann bei Jahn Regensburg auf der Bank, in der Regionalliga als so genannter Teamchef. An die Anforderungen für Profitrainer mag er sich nämlich nicht halten. Der DFB hat ihn daher jetzt schriftlich aufgefordert, schnellstmöglich seine B-Lizenz zu erwerben und in der nächsten Saison die A-Lizenz. Es müsse schließlich alles seine Ordnung haben.

Darüber kann Basler nur lachen. „Bei mir muss alles immer schneller gehen“, sagt er. Er sei wirklich bereit, die Lizenz zu machen – neben seinem Trainerjob sei ihm das aber zu viel. Der DFB müsse sich schon etwas einfallen lassen, „etwas ganz Extremes“. Was das sein kann? Es muss auf jeden Fall viel Spaß machen.

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