Sport : Jetzt raucht’s

Patrick Bauer

sorgt sich um den Genuss im italienischen Fußball Es ist nicht so, dass Inter Mailand im Giuseppe-Meazza-Stadion keine größeren Probleme hätte. Im Viertelfinale der Champions League gegen Stadtrivalen AC sorgten die gefürchteten Fans mit Bengalischen Feuern für den Spielabbruch. AC-Torwart Dida wurde durch eine Rakete verletzt, das ganze Spielfeld qualmte. Gestern nun, es war passenderweise Weltnichtraucher-Tag, ging Inter mit einem einmaligen Verbot gegen das Qualmen im Stadion vor. Gegen das Zigarettenqualmen, das fumare also, jenen italienischen Alltagsgenuss schlechthin. Es ist ein Novum, die erste Fußball-Arena, in der die Suchtbefriedigung nicht mehr das miese Spiel vernebeln kann, wo doch Zigaretten oft das Schönste sind, während 90 Minuten Catenaccio. Es passt zum erschreckend vernünftigen Rauchverbot, das seit Januar an öffentlichen Plätzen in Italien gilt.

Der frühere Star Gigi Riva, eifriger Kettenraucher, kündigte sogleich sein Fernbleiben von Inter-Spielen an. Wie auch immer das Verbot kontrollierbar ist, bei 80 000 Zuschauern: Auch bei uns würde wohl der Besucherschnitt sinken, so ganz ohne Paffen auf der Tribüne. Alle zehn Minuten vor das Stadion gehen? Dabei ist das Rauchverbot wohl nirgends so richtig wie am Sportplatz, dort wo es um Fitness geht, um Gesundheit. Hust. Um Vorbilder, Nationalspieler und Tabak-Freund Bernd Schneider mal ausgenommen. Und: Seitdem es in Stadien immer seltener echtes Bier gibt, nur noch wässrige Ersatzflüssigkeit, schmeckt die Zigarette dazu eh nicht mehr. Aber von Bier haben die Italiener ja keine Ahnung.

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