Sport : „Jetzt wird’s eng“

1. FC Union verliert gegen Lübeck 1:2 und bleibt Letzter

Karsten Doneck

Berlin . Heiner Bertram schritt schnurstracks in Richtung Kabine. „Jetzt wird’s eng.“ Das war zunächst der einzige Kommentar, der dem Präsidenten des 1. FC Union zu entlocken war. 1:2 (0:0) hatte der Tabellenletzte der Zweiten Fußball-Bundesliga sein Heimspiel vor 7764 Zuschauern an der Alten Försterei verloren, und schon vor dem Schlusspfiff hatten ein paar Fans gesungen: „Wir haben die Schnauze voll.“ Die Stimmung schien noch einmal zum Positiven zu kippen, als dem eingewechselten Florian Bruns fünf Minuten vor Schluss der Ausgleich gelang, doch die Freude darüber wurde 120 Sekunden später gleich wieder zerstört, als dem Gast durch Zandi das Siegestor gelang. „Ziemlich gut bedient“ fand Lübecks Kotrainer Dirk Bremser die Unioner mit diesem Resultat.

Bremser hatte Recht. Die Lübecker rissen von Anfang an mit raumgreifenden Aktionen Löcher in Unions Abwehr. Vor allem der aus Reutlingen gekommene Patrick Würll tauchte mehrfach kreuzgefährlich im Strafraum der Köpenicker auf. Vielleicht nahm Union diesen Mann nicht gar so ernst, weil er vor der Pause einmal, von Jens Scharping in höchst aussichtsreiche Schussposition manövriert, ohne jegliches Fremdverschulden kläglich ausgerutscht war. Doch als Zandi nach einer knappen Stunde einen Freistoß gegen den Pfosten des Union-Tores schoss, war Würll zur Stelle, um den abprallenden Ball zum 1:0 unter die Latte zu befördern.

Nach halbwegs passablem, wenigstens kämpferisch überzeugendem Beginn griff bei Union alsbald Verunsicherung um sich. Die Mannschaft brachte gerade in der Vorwärtsbewegung wenig Konstruktives zu Stande. Thomas Sobotzik mühte sich redlich, Unions Aktionen mehr Tempo zu verleihen, aber da zogen die Nebenleute nicht mit. Und bei Kostadin Widolow, für die Spielgestaltung zuständig, wartet der Union-Fan schon seit langem vergebens auf die Geniestreiche.

Erst nach knapp einer Stunde kreuzte Union erstmals gefährlich vor dem Lübecker Tor auf. Sobotziks Flanke stieß Salif Keita aber mit dem Kopf knapp am Pfosten vorbei. Kurz danach fiel das 0:1, gegen das Union lange Zeit verzweifelt anrannte. Und nach dem 1:1 gab es dann schnell die Ernüchterung. Wie schrieb doch Kapitän Steffen Baumgart im Programmheft? „Es reicht nicht, Potenzial zu haben. Wir müssen es endlich auch abrufen.“ Nur, mit der Umsetzung – da haperte es gestern doch beträchtlich. Und für Trainer Mirko Votava brechen harte Zeiten an. Auch wenn Heiner Bertram beteuerte: „Er wird auch im nächsten Spiel gegen Unterhaching auf der Bank sitzen.“

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