Joachim Löw lobt den Bremer : Muss Max Kruse zurück in die Nationalelf?

Anderthalb Jahre hat Max Kruse nicht mehr für die Nationalmannschaft gespielt. Doch plötzlich findet auch Joachim Löw ihn wieder interessant. Was ist davon zu halten?

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Im Anflug auf die Nationalmannschaft? Max Kruse hat sich mit vier Toren in einem Spiel für Höheres empfohlen.
Im Anflug auf die Nationalmannschaft? Max Kruse hat sich mit vier Toren in einem Spiel für Höheres empfohlen.Foto: dpa

Vorige Woche hat sich zum 15. Mal das Länderspieldebüt von Martin Max gejährt. Es war für den Stürmer von 1860 München aus zwei Gründen ein erinnerungswürdiges Spiel: Es war kurz vor der WM 2002 sein erster und – erwartungsgemäß – auch sein letzter Einsatz für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Im Test gegen Argentinien durfte Max nur die letzten zehn Minuten mitmachen, aber die hätten fast gereicht, um noch den 1:1-Ausgleich zu erzielen. Zum Glück kam es anders – zum Glück für Teamchef Rudi Völler, der den 34 Jahre alten Münchner nur mit größtem Widerwillen nominiert hatte.

Aus Max wird Kruse

Das Phänomen Martin Max ist seitdem regelmäßig zu beobachten. Es gibt Spieler, in deren Beurteilung das breite Publikum und der Bundestrainer weit auseinanderliegen. Der Martin Max der Gegenwart heißt Max Kruse und steht beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Am Wochenende hat er in einem Spiel vier Tore erzielt – so viele wie Thomas Müller in der gesamten Saison. Seitdem ist die Diskussion, ob Kruse, mit inzwischen 29 Jahren, nicht doch wieder für die Nationalmannschaft spielen müsse, noch einmal richtig hochgekocht.

Dass der Bundestrainer ihn aus disziplinarischen Gründen seit anderthalb Jahren ignoriert, ist nur die halbe Wahrheit. Über Kruses Eskapaden würde Joachim Löw sicher hinwegsehen, wenn er ihn für sportlich unentbehrlich hielte. Tut er aber nicht. Löws Maßstab ist das höchste internationale Niveau. Auf dem sieht er Kruse , bei aller Qualität, definitiv nicht.

Deshalb sollte man es auch nicht überbewerten, dass er sich nun auffallend positiv über Kruse geäußert hat („gute Übersicht“) und ihn weiterhin zum Kreis der Nationalmannschaft zählt. So ähnlich redet er auch über den Dortmunder Gonzalo Castro oder Gladbachs Lars Stindl. Zu Länderspielen lädt er sie trotzdem nicht ein. Löws – zugegeben extrem hohen – Ansprüchen genügen sie nicht. Dass er Kruse jetzt trotzdem Aussichten auf eine Teilnahme am Confed-Cup gemacht hat, ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Denn auch der Confed-Cup genügt Löws Ansprüchen nicht.

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