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Joachim Löw verzichtet auf Profi von Hertha BSC : Keine Experimente mit Mitchell Weiser

Joachim Löw hat weder Hertha-Profi Mitchell Weiser noch Joshua Kimmich für die Nationalmannschaft nominiert - und das ist richtig so. Ein Kommentar.

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Mitchell Weiser (re.) spielt eine starke Saison bei Hertha BSC - für eine Nominierung für die Nationalmannschaft hat es vorerst aber nicht gereicht.
Mitchell Weiser (re.) spielt eine starke Saison bei Hertha BSC - für eine Nominierung für die Nationalmannschaft hat es vorerst...Foto: dpa

Es gibt nur wenige Dinge im Sport, über die sich so vortrefflich diskutieren lässt wie über die Kadernominierung vor Fußball-Länderspielen. So auch dieses Mal. Mitchell Weiser, der bei Hertha BSC die Außenbahn hoch und runter läuft und wesentlich dazu beiträgt, dass die Berliner im nächsten Jahr womöglich in der Champions League mitspielen? Ist nicht dabei. Dortmunds Julian Weigel? Auch nicht. Joshua Kimmich vom FC Bayern? Siehe Weiser und Weigel.

Außer Verteidiger Jonathan Tah verzichtet Bundestrainer Joachim Löw vor den Länderspielen gegen England und Italien gänzlich auf Neulinge. Auch Spieler wie Marcel Schmelzer, zurzeit in hervorragender Form, sind nicht dabei. Dagegen lassen sich in dem 27 Mann starken Aufgebot viele finden, deren Nominierung unter aktuellen Gesichtspunkten grotesk wirkt. Die Leistungen von Sebastian Rudy, Max Kruse, André Schürrle, Karim Bellarabi, Kevin Volland oder Mario Götze rechtfertigen eigentlich keine Einladung in den Kreis der Besten.

Das Team soll an der Feinabstimmung arbeiten

Trotzdem liegt Löw mit seinen Nominierungen richtig. Der Bundestrainer will so kurz vor der Europameisterschaft keine Experimente mehr wagen. Die Mannschaft soll sich in den letzten Testspielen vor dem Trainingslager weiter finden und an der Feinabstimmung arbeiten. Das ist mit Blick auf die immer kürzer werdende Vorbereitungsphase vor großen Turnieren nur klug. Zwischen dem Finale der Champions League und dem Eröffnungsspiel der EM liegen gerade mal dreizehn Tage.

Auch wenn es nach außen hin manchmal unverständlich wirkt, geht es bei der Nationalmannschaft nicht darum, stets die Spieler zu versammeln, die gerade am besten in Form sind. Dann müsste der Bundestrainer nach jedem Länderspiel die halbe Belegschaft wechseln. Vielmehr muss Löw die Spieler finden, die seinen Vorstellungen entsprechen und seine Art Fußball am besten umsetzen. Dass er dafür ein feines Gespür besitzt, hat er in der Vergangenheit oft bewiesen.

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