Sport : Jörg Lütcke verlässt Alba

Wechsel nach Köln möglich

Helen Ruwald

Berlin. Zeit zum Grübeln hat Jörg Lütcke nicht. In den nächsten Tagen wird der Basketball-Nationalspieler von Alba Berlin erstmals Vater. Kaum hat er sein Baby die ersten Male gewickelt, geht es mit dem deutschen Nationalteam ins Trainingslager. Im Dezember hatte sich der 27-Jährige das Kreuzband gerissen. Seinen siebten Titelgewinn mit Alba erlebte er von der Ersatzbank, in Zivil. Nun steht der WM-Dritte nach unzähligen einsamen Trainingseinheiten im vorläufigen Kader für die Europameisterschaft im September in Schweden, wie auch die Berliner Mithat Demirel, Marko Pesic und Stefano Garris.

Viel ist derzeit in Bewegung im Leben von Jörg Lütcke. Da erscheint es ganz stimmig, dass sich die Wege von Lütcke und Alba Berlin genau jetzt trennen. „Alba hat mir gesagt, dass ich in den Planungen nicht mehr den Platz einnehme wie früher, aber ich möchte spielen. Deshalb habe ich mich entschieden, einen anderen Weg zu suchen.“ Möglicherweise wechselt er zu Rhein Energie Cologne, wo Stephan Baeck Trainer ist – ein ehemaliger Alba-Spieler und Freund des Berliner Basketballers. „Es ist noch nicht sicher. Unterschrieben ist noch nichts“, sagt Lütcke dazu.

Bei Albas Kooperationspartner TuS Lichterfelde lernte er als Jugendlicher das Basketballspielen. Wehmut angesichts seines Weggangs fühle er, sagt er, aber keinen Groll. „Petrovic muss man halten.“ Vladimir Petrovic spielt auf der Position des verletzungsanfälligen Lütcke und hat nach drei starken Monaten in Berlin gerade seinen Vertrag verlängert. Der andere Konkurrent, Nachwuchsspieler Guido Grünheid, soll häufiger die Chance bekommen, sich zu beweisen.

„Wenn man sich mag und gut kennt, sagt man die Sachen, wie sie sind“, erklärt Albas Vizepräsident Marco Baldi. Der Klub wollte Lütcke nicht loswerden, aber die angebotene Perspektive behagte dem Spieler nicht. „Er hat nicht gesagt, mal gucken, was der Markt so hergibt, sondern gleich eine klare Entscheidung getroffen.“ Marco Baldi sagt es voller Respekt.

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