Jörg Schmadtke im Interview : "Das war unappetitlich“

Jörg Schmadtke über seinen Rauswurf als Sportdirektor bei Alemannia Aachen.

2. Bundesliga - Alemannia Aachen - FSV Mainz 05 Foto: dpa
Jörg Schmadtke.Foto: dpa

Herr Schmadtke, warum haben Sie vor dem Spiel zwischen Alemannia Aachen und Mainz Ihren Rücktritt als Aachener Sportdirektor für den Juni 2009 angekündigt, ohne den Klub vorher zu informieren?


Davon kann keine Rede sein. Am vergangenen Donnerstag hatte ich ein Gespräch mit dem Aufsichtsrat und dem Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Die Eindeutigkeit der Aussagen, insbesondere von Kraemer, haben mir klar gemacht, dass es hier über das Ende der laufenden Saison hinaus nicht mehr weitergeht. Damit war für mich klar, dass ich nicht rumeiere und die Entscheidung bei nächster Gelegenheit öffentlich mache.

Die Klubverantwortlichen gaben sich trotzdem überrascht von Ihren Aussagen. Haben Sie Ihren Rauswurf nicht provoziert?

Ich finde es merkwürdig, was da momentan stattfindet. Da geht es nur um Politik, es werden Legenden gestrickt, um sich selbst ins beste Licht zu rücken. Der Geschäftsführer war von mir am Montag über das Interview informiert worden.

Also sagen die Verantwortlichen nicht die Wahrheit?

Jeder kann sich sein eigenes Bild davon machen. Kraemer hat in einem Interview nach dem Spiel bestätigt, von mir informiert worden zu sein. In der Presseerklärung der Alemannia stand dies zunächst auch genauso drin. Mittlerweile wurde der Text geändert und die entsprechende Passage entfernt. Das sagt doch alles. Es ist schade, dass man jetzt versucht, mir die Schuld für alles zuzuschieben.

Sie haben in sieben Jahren in Aachen einiges aufgebaut. Wie kamen Sie zu dem Entschluss, den Klub dennoch zu verlassen?

Ich hatte gemerkt, dass kein Vertrauen mehr da war. Deshalb habe ich schon im März eine Vertragsauflösung angeboten. Die folgende Aufsichtsratsitzung war unappetitlich, und es war offensichtlich, dass es so kaum weitergehen kann. Es gab jedoch keine Einigung, weshalb ich erstmal weitergemacht habe.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Linden warf Ihnen vor, zu viel Macht zu haben.

Da kann ich nur lachen. Das würde ja bedeuten, dass ein so mächtiges Gremium wie der Aufsichtsrat das zugelassen hat. Ich weiß, dass alles, was wir erreicht haben, nur durch die Arbeit von vielen fleißigen und klugen Köpfen möglich war. Ich bin doch keine One-Man-Show.

Das Gespräch führte Thorsten Grunow.

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