John Jairo Mosquera : Zig Chancen und kein Tor

Unions Angreifer John Jairo Mosquera traf zuletzt das Tor nicht. Trotzdem hält Trainer Uwe Neuhaus an ihm fest.

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Foto: dpadpa

Berlin - Auch die tolerantesten Fußballfans haben ihre Grenzen. Bei den Anhängern des 1. FC Union waren sie am Sonntagnachmittag um circa 14 Uhr erreicht. „Karim Benyamina, Karim Benyamina“, schepperte es da durch die Alte Försterei. Lautstark forderten die Fans, untermalt von einigen Pfiffen, den Ersatzstürmer – weil der auf dem Platz befindliche Angreifer John Jairo Mosquera gerade eine Torchance vergeben hatte. Wieder mal! Die Geduld, die der treue Köpenicker Anhang bis dahin mit seinem schlacksigen Stammstürmer hatte, war aufgebraucht.

Am Ende dieses Nachmittags verlor Union 0:1 – Mosqueras Abschlussschwäche trug dazu bei. Viermal stand er gegen Duisburg alleine vor dem Tor; viermal scheiterte er. „Wir haben viele Großchancen nicht genutzt“, sagte Mosqueras Sturmpartner Chinedu Ede. „Die Niederlage war deshalb unnötig und unglücklich.“ Nicht zum ersten Mal in dieser Zweitliga-Saison agierte Mosquera, gelinde gesagt, unglücklich – man könnte auch sagen, tollpatschig. Sieben Spiele in Folge blieb er trotz bester Möglichkeiten nun schon ohne Treffer. Gefühlt sind es sogar noch mehr torlose Begegnungen, denn Mosqueras Treffer zum 1:0 gegen Oberhausen am 15. Januar war kaum dem eigenen Können zuzuschreiben: Damals plumpste der Ball unter Zuhilfenahme von Gegner und Zufall ins Tor. Davor hatte der 22 Jahre alte Kolumbianer am zehnten Spieltag zuletzt getroffen.

Nach dem zehnten Spieltag standen die Köpenicker punktgleich mit dem Dritten auf Rang vier, nach dem 25. Spieltag rangieren sie auf Platz zehn. Obwohl Unions Leistungsvermögen von der Treffsicherheit Mosqueras abzuhängen scheint, macht Uwe Neuhaus keine Anstalten, etwas an seiner Aufstellung zu ändern. „Ich werde John weiterhin das Vertrauen aussprechen“, sagt der Trainer. „Er ist wichtig für das Team, da er viel arbeitet.“ In der Tat ist Mosquera nicht der Typ Stürmer, der sich in den Strafraum stellt und darauf wartet, dass ihm ein Ball vor die Füße fällt. Am Sonntag holte er sich immer wieder Bälle im Mittelfeld, dribbelte seine Gegenspieler aus und schoss aus allen Lagen. Vergebens. „Er rackert und geht in die Räume“, sagt auch Ede. „Deshalb wird er bald auch wieder kontinuierlich treffen.“

Die Konstanz mag einem jungen Angreifer wie Mosquera noch fehlen, das Talent, Spiele allein zu entscheiden, hat er aber allemal: Der Kolumbianer durchlief sämtliche Jugendnationalmannschaften seines Landes und landete früh bei Werder Bremen. Von dort aus war er je für ein Jahr nach Burghausen, Aachen und Sönderjyske aus Dänemark verliehen worden, ehe er auf Leihbasis für zwei Jahre nach Berlin kam. Beständigkeit sieht anders aus. Um sich künftig bei seinem Bremer Stammverein durchzusetzen, muss John Jairo Mosquera seine Torgefahr über einen längeren Zeitraum bestätigen. Und mit Großchancen souveräner umgehen. Ein Problem, mit dem allerdings auch erfahrene Kollegen noch zu kämpfen haben. Der von den Köpenicker Fans geforderte Karim Benyamina beispielsweise. Nachdem er in der 58. Minute ins Spiel gekommen war, hatte auch er noch eine riesige Torchance. Verwandelt hat er sie nicht.

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