Jose Mourinho : König der Spielverderber

Real Madrids Trainer Jose Mourinho hat wieder zugeschlagen, oder eher zugestochen: Mit seinem Augenstecher gegen einen Trainerkollegen hat er die Kunst des Schlechtverlierenkönnens auf ein neues Level geführt.

von
An Jose Mourinho scheiden sich die Geister: Für seine Bewunderer ist er der beste Trainer der Welt, seine Kritiker können über das Verhalten des Choosen One (Der Auserwählte), wie er sich selbst bezeichnet, nur den Kopf schütteln.
An Jose Mourinho scheiden sich die Geister: Für seine Bewunderer ist er der beste Trainer der Welt, seine Kritiker können über das...Foto: afp

Es gibt eine Sorte Mensch, die besonders unangenehm ist: der schlechte Verlierer. Ob im Sport oder im Leben, ob Lance Armstrong, Michael Schumacher oder Guttenberg – wem für den Erfolg jedes Mittel recht ist und wer seine eigene Fehlbarkeit nicht ertragen kann, der scheitert trotz seiner Erfolge an der Schwelle zur wahren Größe. Der Fußballtrainer José Mourinho ist gerade aus dieser prominent besetzten Clique in eine neue Spielverderber-Liga aufgestiegen.

Lange hat man die Eskapaden des „Special One“, wie er sich selbst in seiner Zeit in England nannte, als unterhaltsame Taktikspielchen toleriert. Man lachte über die regelmäßigen Verschwörungstheorien, die großkotzigen Pressekonferenzen, die respektlosen Sprüche an die Konkurrenz.

Doch spätestens seit dem Supercup-Rückspiel in Barcelona hat der streitbare Portugiese die Kunst des Schlechtverlierenkönnens auf ein neues Level geführt. Mit seiner beleidigenden Geste gegenüber dem anerkanntermaßen besten derzeitigen Fußballer und dem tätlichen Angriff auf einen Trainerkollegen hat er jegliches vertretbare Maß überschritten. Seine beispiellosen Ausfälle beschmutzen längst nicht mehr nur ihn, sondern inzwischen auch Real Madrid, den Fußball, ja den gesamten Sport.

Nun könnte man Sanktionen fordern. Die wird es auch geben, doch die wohltuendere Gewissheit ist, dass der schlechte Verlierer am Ende selbst seine schlimmste Strafe ist. Das traurige Los des Spielverderbers ist es, dass irgendwann niemand mehr mit ihm spielen will. Für José Mourinho ist dieser Tag wieder ein wenig näher gerückt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar