Jose Mourinhos Abschied bei Real Madrid : Neuer Ingenieur gesucht

Nach dem Abschied von Jose Mourinho bei Real Madrid wird der kommenden Trainer der "Königlichen" viele Aufräumarbeiten leisten müssen - ein Kommentar zu Mourinhos Vermächtnis bei Real Madrid von Sebastian Stier.

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Jose Mourinho verlässt das Spielfeld im Santiago-Bernabeu-Stadion. Foto: dpa
Abgang mit gesenktem Haupt: Jose Mourinho hat sich nicht nur Freunde in Madrid gemacht.Foto: dpa

Hasta luego, auf Wiedersehen! José Mourinho hat sich im Estadio Santiago Bernabéu als Trainer von Real Madrid verabschiedet. Die meisten Anhänger dürften froh darüber sein, die große Liebe war es nie zwischen ihnen und dem eigenwilligen Portugiesen. Anders als Jupp Heynckes, der seinem Nachfolger Pep Guardiola beim FC Bayern eine intakte Mannschaft übergibt, wird Reals neuer, noch nicht feststehender Trainer viele Aufräumarbeiten leisten müssen. Das Team ist zerstritten in Mourinho-Fürsprecher und Mourinho-Gegner. Die Fans sind verärgert und der Kapitän Iker Casillas liegt demoralisiert, weil auf die Tribüne verbannt, am Boden. Was wiegen dagegen schon die eine Meisterschaft und der eine Pokalsieg? Nicht viel. Diese Titel werden in Madrid vorausgesetzt.

Nach drei Jahren bei Real fällt die Bilanz von Mourinho ernüchternd aus. Vor allem, weil er dem Image des Klubs geschadet hat. Größe zeigen in der Niederlage – mit dieser Vorgabe nahm Mourinho es nie so genau. Seine Verschwörungstheorien, Schiedsrichterschelten und Respektlosigkeiten gegenüber Kollegen machten es den Fußballfans außerhalb des Bernabéus leicht, sich mit den Gegnern zu solidarisieren. Madrids Präsident Florentino Perez war einst beseelt von der Idee, den vermeintlich größten Klub mit der vermeintlich größten Mannschaft in die Hände des vermeintlich größten Trainers zu geben. Nun muss Perez einen großen Ingenieur suchen. Einen, der die größte Baustelle im Weltfußball in den Griff bekommt.

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