Sport : Jubel für den alten Neuen

Raúl schießt Schalke 04 zum 1:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach

Richard Leipold[Gelsenkirchen]
Schön, dass du noch da bist. Raúl stand vor dem Abschied aus Gelsenkirchen, jetzt kann ihn Trainer Rangnick wieder gebrauchen. Foto: dapd
Schön, dass du noch da bist. Raúl stand vor dem Abschied aus Gelsenkirchen, jetzt kann ihn Trainer Rangnick wieder gebrauchen....Foto: dapd

Der Ruf der Schalker Fans ging durch Mark und Bein. „Raúl!“, tönte es laut wie lange nicht mehr durch die Arena – mit einem ganz lang gezogenen „Ú“. Der Spanier hatte sich zeitweise nicht mehr genug wertgeschätzt gefühlt an seinem Arbeitsplatz. Doch seit ein vorübergehend in Betracht gezogener Vereinswechsel vom Tisch ist, macht Raúl dem FC Schalke wieder Freude. Beim 1:0 (0:0) über Borussia Mönchengladbach erfreute er am Sonntagabend seine Anhänger mit dem Siegtreffer in der 64. Minute.

Die Zeit der Ungewissheit und der atmosphärischen Störungen, sei „für alle Beteiligten keine gute Situation“ gewesen, sagte SchalkesTrainer Ralf Rangnick und freute sich über den Torjäger wie über einen Neuzugang: „In dieser Verfassung ist Raúl ein enormer Gewinn für uns.“ Aber nicht nur Raúl versetzte Rangnick in Begeisterung, sondern auch der Arbeitseifer des übrigen Personals. Die Mannschaft habe „läuferisch und kämpferisch eine phantastische Leistung“ gezeigt. „Im Spiel gegen den Ball war es unser mit Abstand bestes Saisonspiel“, sagte Rangnick. „Neben den drei Punkten freut mich am meisten, dass wir zu null gespielt haben.“

Während Schalke mit Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München nach Punkten gleichzog und auf den zweiten Tabellenplatz vorrückte, erlitt Gladbach nach gutem Start den ersten Dämpfer der Saison. Saisonübergreifend war es für die Rheinländer die erste Niederlage nach zehn Pflichtspielen. Gelsenkirchen ist und bleibt kein Ort des Wohlfühlens für die Gladbacher: Sie haben seit neunzehn Jahren kein Auswärtsspiel mehr gegen Schalke gewonnen. „Es war keine schlechte Leistung, aber wir müssen auch feststellen, dass wir noch sehr viel zu tun haben“, sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre.

Nach dem Unentschieden zwischen Mainz 05 und Hannover 96 hatte Gladbach die Chance, mit einem Sieg in Gelsenkirchen an Bayern München vorbeizuziehen und die Tabellenspitze zurückzuerobern. Schalke wiederum bot sich die Möglichkeit, den dritten Sieg nacheinander zu erreichen. Diese Aussichten waren beiden Mannschaften offenbar Ansporn, ohne Zögern Fahrt aufzunehmen und sich Chancen zu erarbeiten. Dabei wirkten die Schalker Vorstöße einen Tick gefährlicher als die Angriffe der spielerisch gleichwertigen Gladbacher. Auf dem Weg nach vorn ließen Schalke zuweilen einen Linksdrall erkennen. Mittelfeldspieler Julian Draxler und sein Hintermann Christian Fuchs versuchten, die Schwächen des Gladbacher Rechtsverteidigers Tony Jantschke nutzen, der einige Male überfordert wirkte. Gladbach war meist dann gefährlich, wenn Marco Reus seine Kreativität aufblitzen und wenn der als Stürmer aufgebotene Mike Hanke sich ins Mittelfeld zurückfallen ließ, um am Kombinationsspiel teilzunehmen.

Doch es muss nicht viel heißen, wenn man die erste Hälfte gegen Schalke unbeschadet übersteht. Acht von neun Saisontoren hatten die Schalker bis zum gestrigen Spiel nach der Pause erzielt. Und es kam ein weiterer hinzu. Raúls Treffer belohnte den Fleiß der Heimelf, die in der Offensive den größeren Aufwand betrieb. Zweimal hatte Borussen-Torhüter Marc Andre ter Stegen noch die Hand dazwischen, doch im dritten Versuch drückte der spanische Stürmerstar den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie. Gladbach mühte sich um den Ausgleich, zeigte sich im Abschluss aber nicht konsequent genug. Auf der anderen Seite verpasste der eingewechselte Stürmer Ciprian Marica es in der Nachspielzeit, den Vorsprung auszubauen.

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