Sport : Jubel lässt sich nicht nachholen

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Kugelstoßerin Nadine Kleinert kennt das Prozedere: Erst kommt der Wettkampf, dann die Siegerehrung und einige Zeit später die Meldung einer gedopten Konkurrentin. Bereits zum dritten Mal in ihrer Karriere könnte die Magdeburgerin nun nachträglich in der Ergebnisliste aufsteigen. Bei der Leichtathletik-WM in Helsinki 2005 waren sowohl die weißrussische Siegerin Nadeschda Ostaptschuk als auch die viertplatzierte Russin Swetlana Kriweljowa gedopt. Kleinert, damals Fünfte, wird deshalb wohl noch Bronze bekommen. So wie ihr 2004 bereits verspätet Olympia-Silber und Platz drei bei der Hallen-WM zugesprochen worden waren. Doch Kleinert ist deswegen nicht etwa glücklich. „Ich bin die ewig Betrogene. Ich habe da gar nichts von“, schimpft die 37-Jährige stattdessen und trauert vorenthaltenen Emotionen bei Siegerehrungen, verpassten Sponsoreneinnahmen und entgangenen Antrittsgeldern nach.

Angesichts der Inflation von überarbeiteten Siegerlisten sind Sportverbände und Organisatoren von Meisterschaften gefordert. Mithilfe eines Entschädigungsfonds für Dopingbenachteiligte könnte ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden. Und Siegerehrungen sollten künftig mit den besten Sechs oder besser gleich allen Endkampfteilnehmern durchgeführt werden – damit sich der Ärger bei den Nichtgedopten später in Grenzen hält.

Nadine Kleinert wird das nicht mehr helfen, auch wenn sie womöglich noch auf die eine oder andere Medaille hoffen darf. Platz sechs bei der EM 2006 oder Platz sieben bei Olympia 2008 in Peking sind nachträglich noch ausbaufähig.

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