Sport : Jubel nach der Enttäuschung

Die Hockeydamen scheitern, die WM kommt nach Deutschland

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Perth (dpa). Eine gute und eine schlechte Nachricht für den Deutschen HockeyBund (DHB). Erst verfehlte die Nationalmannschaft der Damen den Einzug ins WM-Halbfinale, dann wurde der DHB zum Ausrichter für die Weltmeisterschaft 2006 bestimmt. Wenige Stunden nach der 1:3 (0:1)-Niederlage gegen China in Perth erteilte der Weltverband FIH dem DHB den Zuschlag für die Ausrichtung der Herren-WM 2006. „Wir haben eine wunderbare Aufgabe vor uns. Durch den WM-Zuschlag wird Hockey in Deutschland in jeder Beziehung wachsen: in unserer Bedeutung, bei den Sponsoren, bei offiziellen Stellen und an der Basis“, sagte Christoph Wüterich nach der WM-Vergabe.

Dass der DHB-Präsident „glücklich, wenn auch mit einer Träne im Auge“ war, lag vor allem am Scheitern der Frauen. Das Team von Bundestrainer Peter Lemmen hielt, als es drauf ankam, wieder einmal dem Druck nicht stand und muss ihre Ziele nun korrigieren. „Wir sind in unserer Spielstruktur nicht so stabil wie andere Topnationen. Das war ein klarer Rückschritt“, sagte Lemmen nach der verdienten Niederlage gegen China. Dennoch blieb ihm ein kleiner Trost: Während Chinas Damen Chancen haben, nach Australien, den Niederlanden und Argentinien ins Halbfinale einzuziehen, hat sein Team die Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht so gut wie sicher.

„Wenn man so spielt, hat man es auch nicht verdient“, sagte Natascha Keller vom Berliner HC, und Mannschaftskapitänin Franziska Gude fand, dass die Chinesinnen nicht so stark waren, „dass wir sie nicht hätten schlagen können“. Allerdings müssen sie und ihre Mitspielerinnen sich vorhalten lassen, wie ihre Vorgänger als Siebte der Olympischen Spiele 2000 in Sydney, im entscheidenden Augenblick versagt zu haben. Denn gegen Argentinien (0:1), Südkorea (1:3) und nun China wurden ausgerechnet die Vergleiche mit jenen drei Gegnern verloren, die nun die Halbfinalplätze unter sich ausmachen.

Lemmens Elf war mental zu schwach, um gegen den keineswegs überragenden Rivalen aus China zu bestehen. Im Gegenteil: Sie war zu passiv und über weite Strecken sogar unfähig, Torchancen herauszuspielen. So reichte es nur zum einen Treffer durch Nadine Ernsting-Krienke. „Das war einfach zu wenig. Es fehlte der Mut im Offensivspiel“, monierte DHB-Präsident Wüterich.

Da kam der WM-Zuschlag gerade recht. Damit können die DHB-Herren ihren im März in Malaysia errungenen Titel - voraussichtlich vom 5. bis 17. September 2006 im bis dahin fertig gebauten Hockey-Stadion in Mönchengladbach - im eigenen Land verteidigen. Aus der vom DHB geplanten Doppel-WM (mit den Damen) wurde aber nichts. Dieses Turnier findet im September 2006 in Madrid statt.

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